Abenteuer Mauritius - Backpacking als Alleinreisende Frau

Foto von Aro Ha

Ganz allein bin ich zum allerersten Mal für zwei Wochen vereist und in den Süden geflogen. Als Reiseziel suchte ich mir nicht etwa Thailand, Vietnam oder Indonesien aus. Nein, ich habe mich nur der Bilder wegen in Mauritius verliebt und meine Gedanken kreisten nur noch um die kleine Insel im Indischen Ozean. Eines Morgens wachte ich auf und spürte sofort, das ich den Flug heute nach Mauritius buchen muss.

Von vielen wurde ich gefragt, warum ich mir ausgerechnet dieses Urlaubsziel ausgesucht habe, um das erste Mal allein Reisen zu gehen. Die Insel ist bei vielen mit All-Inclusive Urlaub und 5* Hotels im Kopf verankert, aber die Insel hat viel mehr zu bieten als nur Das. Damit möchte ich mehr Leute darauf aufmerksam machen, dass allein Reisen - im Besonderen als Frau - nicht gefährlich ist. Das Mauritius, welches doch als Flitterwochenziel verschrien ist, auch als Backpacker sehr gut bereist werden kann. Ich kann sagen, als ich dann an dem Tag des Abflugs am Flughafen stand, dachte ich noch mal darüber nach, was ich hier eigentlich mache und das ich doch total verrückt bin. Aber es hat mich zur glücklichsten Frau meiner Selbst gemacht!


Mauritius allein als Frau bereisen - ist das Land überhaupt sicher?

Auf jeden Fall. Ich habe mich zu keiner Zeit in Gefahr befürchtet. Hier und da, wenn ich durch die Landschaft gefahren bin, haben sich junge Einheimische umgedreht und nach mir gepfiffen. Was ich eher belustigend fand, als das ich es als sexuelle Belästigung angesehen habe. Und wenn ich allein am Strand lag kamen ab und zu ein paar Menschen vorbei, die mich angesprochen haben. Der eine lud mich sogar auf sein Boot ein - ich lehnte dankend ab.

Allerdings habe ich auch auf ein paar Dinge geachtet, die du gern so übernehmen kannst.

  1. Buche einen Flug bei dem du im Hellen im neuen Reiseland ankommst.

  2. Die erste Unterkunft solltest du bereits von zu Hause aus buchen. So läufst du nicht die Gefahr, bis spät in die Nacht hinein nach einer passenden Schlafmöglichkeit zu suchen.

  3. Vermeide Erkundungstouren im Dunklen. Halte dich nicht in schlecht beleuchteten Ecken oder Strassen auf, bei denen du weit weg von Touristen oder den Einheimischen bist.

  4. Parke, wenn möglich, direkt vor dem Restaurant in dem du essen gehen möchtest. So ersparst du dir eine dunkle Ecke oder wohlmöglich unangenehme oder gefährliche Situationen.

  5. Bade und Schnorchle am besten da, wo sich noch andere Menschen befinden. So kannst du, falls du im Wasser Probleme bekommen solltest, besser um Hilfe rufen und andere Menschen können auf dich aufmerksam werden.

  6. Kleide dich immer angemessen dem Land entsprechend, in dem du dich gerade befindest.

  7. Und ganz wichtig: Höre auf dein Bauchgefühl! Wenn du nicht genau weisst, wie das geht. Wenn du allein reist, wirst du merken wie sehr diese innere Stimme zu dir findet. Und das macht dich am Ende sicher genauso glücklich wie mich.

Anreise nach Mauritius

Mauritius ist eine kleine Insel im Indischen Ozean und sie gehört zu den Maskarenen. Zu dieser Inselkette gehört auch Reunion, welche sich etwa 200 km westlich zur grösseren Insel befindet. Erreichen kannst du die Insel am Besten mit dem Flugzeug und wirst am Sir Seewoosagur Ramgoolam International Airport of Mauritius ankommen. Den Flug habe ich mir auf dem Vergleichsportal Skyscanner* gebucht. Von Zürich nach Mauritius bin ich mit Edelweiss in einem direktem Flug von etwa 10 Stunden geflogen. Flieger starten ab Zürich mindestens 8x im Monat mit Direktverbindung. Alternativ bieten diverse andere Gesellschaften, Flüge mit mindestens einem Zwischenstop an. Für den Flug solltest du etwa 500 - 800 CHF einplanen. Der Flughafen in Mauritius befindet sich im Süd-Osten der Insel, ganz in der Nähe der nächst grösseren Stadt Mahébourg.

Beste Reisezeit für Mauritius

Ich selbst war von Mitte März bis Anfang April auf der Insel und hatte nur wenige Tage an denen es geregnet hat. Meistens regnete es erst am Nachmittag oder am Abend, wo ich meistens sowieso in meiner Unterkunft oder am Essen war. Dadurch das sich die Insel auf der Südhalbkugel der Erde befindet, hast du das ganze Jahr über tropisches Klima mit mindestens 23 Grad Durchschnittstemperatur.

In den Wintermonaten Mai bis November ist es besonders warm und sehr trocken. Im Sommer, von November bis Mai, kann es auch sehr heiss werden, aber es ist auch mit hoher Luftfeuchtigkeit von über 80% zu rechnen und es kann daher schon eher mal regnen. Meist ist der Regenfall immer nur von kurzer Dauer und danach kannst du die Sonne wieder geniessen.

Wichtig: Immer mal wieder, zwischen 4 und 5 Jahren, suchen Zyklone Mauritius heim, welche Stromausfälle, Wassermangel, Flugverspätungen oder - ausfälle und Unterbrechungen der Telefonverbindungen verursachen können. Vor allem von November bis April besteht die Gefahr, von solch einem tropischen Wirbelsturm getroffen zu werden.

Da sich rund um die Insel eine grosse Wassermasse erhitzt, daraufhin die oberste Wasserschicht schneller verdunstet, als die drunterliegende, bauen sich sogenannte Wolkentürme auf. Durch die Rotation der Erde fangen diese Wolkentürme an sich zu bewegen und der Zyklon entsteht. Mit Stürmen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 km/h und sinflutartige Regenfälle sind da keine Ausnahme. Viele sich gebildete Zyklone treffen aber gar nicht auf die Insel, sondern verpuffen bereits im Indischen Ozean, weit vor der Küste. Am Ufer sind dann besonders starker Wellengang und nächtliche Gewitter zu beobachten.


Einreisebestimmungen für Mauritius

Mit einem deutschen Reisepass ist es ohne Visum möglich, sich als Tourist und Besucher auf der Insel für 4 Wochen aufzuhalten. Auch auf Geschäftsreise ist es nicht notwenig ein Visum zu beantragen. Alle Reisedokumente (Reisepass, Kinderreisepass oder vorläufiger Reisepass) müssen über das Reiseende hinaus gültig sein. Wenn du auf Mauritius einem Studium oder einer Arbeit nachgehen möchtest, ist es erforderlich, mit der maurischen Auslandsvertretung Kontakt aufzunehmen und ein Visum zu beantragen. Auch für Schweizer gilt ein Aufenthalt von vier Wochen ohne Visum. Der Aufenthalt kann sogar bis zu 6 Monate verlängert werden.


Währung auf Mauritius

Abenteuer Mauritius - Backpacking als Alleinreisende Frau - Währung

Bezahlt wird auf Mauritius mit der Mauritischen Rupie. Abgekürzt wird die Währung mit MUR oder Rs. Ein Schweizer Franke entspricht derzeit 34.57 Mauritischen Rupien (Stand 05/2019). Problemlos kannst du überall auf der Insel an Geldautomaten Bargeld für deinen Aufenthalt abheben. Angekommen am Flughafen gibt es Wechselstuben, die deine Mitgebrachten Schweizer Franken oder Euros problemlos umtauschen.

Was kosten 2 Wochen auf Mauritius als alleinreisende Frau?

Für die gesamte Reise habe ich mir im Vorfeld ein Budget von etwa 1200 CHF gesetzt, die Flugkosten nicht mit einberechnet. Das Budget habe ich etwas gesprengt und habe am Ende etwa 1348.60 CHF ausgegeben. Hierbei muss ich erwähnen, dass ich für insgesamt 10 Nächte in einem kleinen Backpacker Room in Albion geschlafen habe, das mich gerade einmal 11 CHF die Nacht gekostet hat. Nicklas war ein unglaublich netter Gastgeber und wenn du kein Problem damit hast auf einer wirklich bequemen Luftmatratze zu schlafen, dann solltest du dir unbedingt hier deinen Aufenthalt buchen. Übrigens: Die Matratze hat die 10 Tage keine Luft verloren und ich hätte niemals gedacht, dass ich so bequem darauf schlafen werde. Zudem kochte ich mir ab und zu selbst Essen in meiner Unterkunft, was meine Gesamtkosten auch stark reduzierte.

Damit du eine Vorstellung dafür bekommst, was ein Produkt oder eine Dienstleistung in Mauritius kostet, habe ich dir eine kleine Aufstellung erstellt. Diese richtet sich nach den Ausgaben, die ich auf meiner Reise hatte:

  • Übernachtung je Nacht/Person - 380 - 1250 MUR (11 - 36 CHF)

  • Hauptspeise mit Fleisch - 370 - 450 MUR (10 - 13 CHF)

  • Wasser - 18 - 75 MUR (0.50 - 2.15 CHF)

  • Taxitransfer 40-50 km - 1400 - 1600 (40 - 45 CHF)

  • Busfahrt - 30 MUR (0.85 CHF)

  • Mietwagen 7 Tage - 10800 MUR (325 CHF)

  • Kaffee - 80 - 100 MUR (2.30 - 2.90 CHF)

  • Eintritt Casela Adventure Park - 800 MUR (22.90 CHF)

  • Eintritt Botanical Garden - 200 MUR (5.75 CHF)

Geschichte und Sprachen auf Mauritius

Mauritius wurde bereits im 10. Jahrhundert entdeckt und ist auf einigen alten Seekarten der Araber zu finden. Weil sie die Insel nur nutzten, um sich auszuruhen, zu trinken und zu essen, gibt es keine weiteren Spuren oder Hinterlassenschaften von ihnen. Im 16. Jahrhundert machte sich der Portugiese Diego Fernandez Pereira auf Entdeckungsreise und strandete 1507 auf der “Ilha do Cerne”, was so viel wie “Schwaneninsel” übersetzt heisst. Sie sahen aber keinen Nutzen in der Insel und liessen sich auch nur auf der Durchreise nieder, um Wasser und Nahrung aufzunehmen. Eher zufällig und vom Kap der Guten Hoffnung kommend, landeten 1598 die Niederländer auf Mauritius. Cornelius van Neck und Wybrandt van Warwyck gaben der Insel einen Namen: Prins Maurits van Naussaueiland. Maurits ist niederländisch und bedeutet im lateinischen “Mauritius”, so wie die Insel auch heute noch heisst. 1710 verliessen die Niederländer Mauritius und hinterliessen abgeholzte Landschaften und ausgerottete oder stark dezimierte Tierbestände. Wie auch den Dodo.

Der Dodo gilt heute noch als Wahrzeichen und man kann ihn überall finden. Sogar auf dem Stempel in meinem Reisepass ist dieser nun verewigt. Erzählungen zufolge konnte der Dodo nur einmal im Jahr ein Ei legen. Die Niederländer erforschte den Dodo zu wenig, um sein Verhalten und seine Fortpflanzung zu untersuchen. So nutzten sie seine Zutraulichkeit aus, denn der Dodo konnte auf Grund seiner viel zu kleinen Flügel nicht fliegen und verspeisten ihn. Und so rotteten sie den Vogel aus.

Im 18. Jahrhundert beschlagnahmten dann Piraten die Insel, weil es von dort aus sehr lukrativ war, um vollbeladene Handelsschiffe von Ostasien nach Europa zu plündern. Doch 1715 schritten die Franzosen ein und besiedelten 1721 Mauritius. Der Gouverneur Mahé de La Bourdonnais entwickelte das Land weiter und baute viele neue Häuser, förderte den Aufbau der Infrastruktur und der Landwirtschaft. Zuckerrohrplantagen wurden über die Insel gebaut und 1744 kamen dann die ersten Zuckerraffinerien hinzu.

Der Aufschwung und der Handel mit neuen Ländern, machte die Briten aufmerksam auf das Land. Sie überfielen die “Île de France” 1810 vom Norden über den Landweg und die Franzosen kapitulierten, da sie eindeutig in der Unterzahl waren. 1814 übernahmen die Briten Mauritius sowie Rodrigues und die Seychellen.

Im Jahre 1968 feierte Mauritius, nach 150 Jahren britischer Besatzung, seine Unabhängigkeit.

Die offizielle Landes-und Handelssprache ist Englisch. Wobei die Menschen auf der Insel lieber Französisch oder Kreole sprechen. Kreolisch ist eine gesprochene, eher seltene geschriebene, Sprache. Sie besteht aus einfachen französischen Elementen, gepaart mit englischen, arabischen und indischen Wörtern.

Kulturen und Religionen

Mauritius ist richtig Multikulturell. 1835, Aufgrund einer Masseneinwanderung, kamen viele Inder auf die Insel und machen noch heute 68% der Bevölkerung aus. Zudem gehören ehemaligen Sklaven aus Afrika und Madagaskar, die sogenannten Kreolen, mit gut 27% zum restlichen grossen Stück der Bevölkerung. Etwa 3% sind Sinomauritier mit chinesischer Abstammung und Frankomauritier und machen 2% der Gesamtbevölkerung aus.

Du kannst dir also nun vorstellen, wieso es auch so viele verschiedene Religionen gibt - oder?

Der Hinduismus ist die am weitesten verbreitete Religion zu dem 48% der Bevölkerung angehören. Das Christentum, mit 32.7%, gehört somit zur zweitgrössten Religion und ist unterteilt in Katholiken (26.3%) und Christen (6.4%). Muslime sind mit 17.3 % vertreten, die restlichen 1% machen die Bahá'í aus und gerade mal ein kleiner Teil der Einwohner sind buddhistischer Religion. 0.7 % der Bewohner von Mauritius sind ohne einer Religionsangehörigkeit.

Transportmittel Auf Mauritius

Bus

Du kannst dich quer über die Insel mit einem Bus voran bewegen. Jedoch Buspläne gibt es nicht oder konnte ich bei meinem Aufenthalt nicht finden. Bezahlt wird im Bus beim Kassierer. Zu- und Einsteigen kannst du theoretisch auch an jedem Strassenrand, du musst nur wissen, ob du dann auch in die richtige Richtung fährst. Die Busse sind sehr alt, die Sitze schon recht heruntergekommen und Fenster gibt es auch keine. Lediglich eine Stangenkonstruktion befindet sich dort, wo normalerweise Fenster sind. Die Busse können rund um den Nachmittag und Abend schonmal voll sein, da viele Arbeiter von der Schicht nach Hause fahren oder Schüler, die von der Schule kommen.

Ich fuhr einmal von Albion nach Port Louis. Ich wartete gerade mal 5 Minuten an der Bushaltestelle. Man sagte mir, dass es durchaus auch vorkommen kann, das man zwischen 10 und 50 Minuten auf den nächsten Bus warten muss. Die Fahrt in die Hauptstadt dauerte ca. eine Stunde und kostete gerade mal 30 MUR (0.80 CHF). Die Strasse verlief fast nur geradeaus durch viele Dörfer und immer wieder stiegen Leute an den Haltestellen und an den Strassenrändern ein und aus. In Port Louis hatte ich das Glück, dass ich mir die Stadt von einem Einheimischen zeigen liess, der mich wieder an die richtige Haltestelle Richtung Albion brachte.

Auto

Das Auto ist wohl das beste Fortbewegungsmittel was du wählen kannst. Ich hatte vorher gelesen, dass es ziemlich einfach wäre sich ein Auto zu mieten. Jedoch war dies bei mir nicht der Fall und suchte in meiner Umgebung und im Internet nach einer möglichen Ausleihe. In Bel Ombre fand ich weit und breit keine Vermietung. Mein Tipp: Buche bereits ein Auto von zu Hause ab Ankunft am Flughafen und gib es dann bei Rückflug wieder ab. Ansonsten empfehle ich dir Ebrahim Tours*. Nach langer Recherche im Internet bin ich auf diese Firma gestossen. Etwas teurer, aber ich bestellte den Service des Vorbeibringen an meiner Location und der Abgabe am Flughafen dazu.

Gebucht habe ich das Auto, einen Hyundai i10, für 7 Tage mit Anlieferung nach Albion und Rückgabe am Flughafen. Inklusive Versicherung, einem zweiten Fahrer und alle Kilometer frei. Bezahlt habe ich dafür 1300 MUR (37.70 CHF) pro Tag, Anlieferung und Abholung 1700 MUR (60.50 CHF) und ein Deposit von 20.000 MUR (579.70 CHF) musste ich hinterlegen, welches aber nur als Sicherheit auf deiner Kreditkarte hinterlegt wird. Nur im Falle eines Schadens wird die Kaution von deiner Karte abgezogen. Insgesamt zahlte ich für die Miete 10800 MUR (324.40 CHF).

Der beste Reiseführer für dein Abenteuer auf Mauritius

Ich habe mir den Dumont Reiseführer etwa 4 Wochen vor meinem Abflugtag gekauft. Ich mag besonders an den Reiseführern, dass sie mit Bildern verdeutlichen, ob ich mir die Sehenswürdigkeit oder den Ort nochmals genauer anschauen mag. Ausserdem sind die einzelnen Orten sehr gut beschrieben und ansprechend aufgebaut. Hier* kannst du dir den Reiseführer bestellen.

Wo auf Mauritius übernachten?

Ich selbst habe meine Übernachtungen über Airbnb* und über Booking.com* gebucht. Bis jetzt habe ich damit nur gute und positive Erfahrungen gemacht und kann auch dir versprechen, das du über die Portale fündig werden wirst. Ich habe dir eine Liste von Hotels, Pensionen und Räumlichkeiten nach Budget aufgeführt, welche eine Top-Bewertung haben oder wo ich selbst übernachtet habe.

Low Budget

Mittleres Budget

Hohes Budget

Hast du noch weitere Tipps für Mauritius oder bist auch gerade dabei deinen Urlaub als alleinreise Frau zu organisieren? Lass es mich gern wissen und schreibe mir einen Kommentar.