Gili Meno - die Hippie Insel im Norden von Lombok

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Die Fahrt von Gili Layar (im Süden von Lombok) dauerte gerade mal 45 Minuten nach Gili Air - eine Nachbarinsel von Gili Meno.  

Von dort aus buchte ich mir ein Ticket nach Gili Meno und wartete in einem kleinem Restaurant in der Nähe des Piers. Ich beobachtete das rege Treiben der Touristen und Locals, die vorbeifahrenden Pferdekutschen und die Taucher, die ihren ersten Tauchgang im Pool hatten.

Auf mein Boot wartend, in der brühenden Mittagssonne, stand ich nun mit meinem 13kg schweren Rucksack und wurde hin und her gedrückt von anderen Menschen, die entweder auch auf ein Boot wollten oder vom Boot kamen. Bis schliesslich mein Boot aufgerufen wurde und ich über 3 andere steigen musste, meinen schweren Rucksack von mir werfen konnte und endlich sitzen durfte.

Die Fahrt dauerte etwa 5 Minuten bis Gili Meno aufgerufen wurde und ich wurde mitten auf dem Wasser auf so ein Holzsteg gebracht - was auch immer jetzt passierte - ich hatte keinen blassen Schimmer! Ehrlich gesagt, fühlte ich mich wie ein Flüchtling, der von einer Schlepperbande in ein anderes Land gebracht wurde. Später habe ich durch Beobachtungen, Erfahrungen und Nachfragen herausbekommen, dass dieses System, die Touristen auf die Insel zu bringen, nur von dem einen Anbieter durchgeführt wird, dieser darf mit dem Speedboat nicht ans Ufer fahren bzw. grössere Boote haben keine Möglichkeit direkt am Land zu ankern.

Diesmal bin ich einfach auf die Insel gegangen ohne vorher etwas gebucht zu haben. Also machte ich mich, vom Ankunftspunkt am Pier, auf den Weg eine Übernachtung zu suchen. Ich entschied mich für den rechten Weg und das stellte sich als Glücksgriff heraus. Verschwitzt und durchnässt erreichte ich das Ana Warung & Bungalows*. Da aktuell Nebensaison war, konnte ich mein Zimmer auch gut runterhandeln und zahlte einen günstigen Preis. Angrenzend an meinem Bungalow, ist auch ein Restaurant - dies nennt man hier Warung. Die Preise sind etwas höher, als auf der restlichen Insel und die Preise auf der Karte sind ohne Mehrwertsteuer. Beim Bezahlen kommt also noch etwas obendrauf. Dieses Restaurant stellte sich als mein Liebling heraus. Meine Favoriten auf der Karte: Iced Coffee, Rindfleisch gebraten mit Pepperoni und Fried Bananas mit Honig.

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Am nächsten Morgen beschloss ich mir ein Fahrrad zu leihen und die Insel zu erkunden, um zu sehen, was es noch gibt und wo ich als nächstes übernachten werde. Fahrräder kannst du an fast jeder Ecke mieten für ein paar Stunden, einen Tag oder für einen längeren Zeitraum. Ich packte mir meinen Schnorchel, die Actioncam und genügend Wasser ein und machte mich auf den Weg. An den vielen Bars vorbei, wusste ich, warum die Insel als Hippie Insel gilt. Die Gemütlichkeit und das Ambiente überzeugten mich, volle Entspannung auf der ganzen Insel zu erhalten.

Unterwegs hielt ich mehrere Male an, um schnorcheln zu gehen, mir den Schweiss von der Stirn zu wischen, 1000000 Liter Wasser zu trinken oder eine Rast einzulegen, um mich ein wenig in den Schatten zu setzen und zu geniessen. 

Auf dem Rückweg und fast nachdem ich die ganze Insel einmal umrundet hatte, fing es plötzlich an wie aus Eimern zu regnen und alles an mir, auch meine Unterhose, waren nass. Dennoch war es nicht kalt, was es ganz angenehm gemacht hat und auch eine Abkühlung war. Um nicht weiter im Regen zu sein, ging ich in eine Tauchschule, die auch Equipment zum Schnorcheln verkaufte. Da es immer noch strömte, probierte ich ein paar Flossen an und entschloss mich diese kurzerhand zu kaufen. Ich finde es sehr praktisch, gerade weil ich nicht so super gern schwimme, aber lieber ein wenig weiter vom Ufer weg schnorcheln gehen will, erwiesen sie sich als sehr praktisch und eine gute Wahl.

Am nächsten Morgen war ich dann bereit für den Umzug in ein weiteres Bungalow, gleich um die Ecke vom Ana Warung. Diese Seite - der Nordosten - der Insel hat mir am meisten gefallen, weshalb ich meine Übernachtungen auch nur dort buchte. Ich checkte für meine Übernachtungen im Blue Coral ein und bekam einen riesigen Bungalow direkt am Strand, mit Terrasse, Hängematte und Badezimmer im "Freien".

Besonders erwähnenswert ist noch, dass von dieser Seite sowohl Sonnenauf- als auch der Sonnenuntergang super zu beobachten ist. Zudem solltest du beachten, dass auf dieser Inselseite die Ebbe meist am Nachmittag einsetzt. Schnorcheln und ins Wasser gehen, ist dann nur hinter der Sandbank möglich.

Für den nächsten Tag ging es mit zwei Mitarbeitern des Blue Corals auf Einzelschnorcheltour. Es war super einen Local dabei zu haben, der mir die besten Stellen zum Schnorcheln zeigte. Wir brachen vor 11 Uhr auf, denn das ist die Zeit wo die Chance am höchsten liegt, eine Schildkröte zu sehen. Der Local schwamm so schnell voraus, dass ich gar keine Zeit hatte alles genau anzuschauen und zu geniessen, aber ich wusste wieso er so schnell war - vor meinen Augen tauchte das wunderschöne Exemplar einer Schildkröte auf, die gerade dabei war, an den Korallen zu frühstücken. Es war ein magischer Augenblick!

Weitere Plätze die wir besucht haben, haben mir ein wenig Angst gemacht, denn gerade noch vor 2 Tagen auf Gili Layar habe ich ein Farbenspektakel gesehen, was nicht mehr ansatzweise hier auf Gili Meno herrscht. Der ganze Tourimus, der Umgang mit der Umwelt und die Klimaerwärmung trägt vor allem dazu bei, dass die Unterwasserwelt so langsam abstirbt.

Bitte stellt euch nicht auf die Korallen, das sind auch Lebewesen! Fasst nichts an, geniesst den Augenblick!

Die Nacht schlief ich sehr schlecht, denn ein dickes Gewitter erreichte die Insel und Blitze und Donner beherrschten den Himmel. Am nächsten Morgen war ich bereits um 5:30 Uhr wach und beschloss an diesem Tag ein wenig über meine Zukunft, Strategien und Ziele nachzudenken. Im Urlaub las ich das Buch von Alexander Hartmann - Mit dem Elefant durch die Wand. Dieses Buch hatte ich innerhalb weniger Stunden durch und es brachte mich in sehr vielen Denkweisen und Entscheidungen weiter. Auch gab es mir Aufschluss zum Thema Multitasking. Mit dem Test aus dem Buch stellte ich fest, es ist wirklich wichtig erst einmal eine Sache zu Ende zu bringen und sich dann auf die Nächste zu konzentrieren. Das Gehirn braucht viel länger, wenn es ständig hin und her schalten muss und es passieren viel mehr Fehler.

Die letzte Übernachtung auf der Insel sollte etwas ganz besonderes sein und so suchte ich mir das Eco Hostel heraus - mit einem "Zimmer" mit Meerblick. Das Zimmer war offen, hatte eine Matratze und ein Moskitonetz drumherum - sonst nichts. Absolute Freiheit macht sich breit!

Der Morgen am letzten Tag auf der Insel war einfach phantastisch, denn ich konnte im Bett liegen und den Sonnenaufgang geniessen. Das Packen meines Rucksacks ging mir immer leichter von der Hand, denn ich war nach fast 3 Wochen und Wechseln der Unterkünfte immer geübter. Ich ass einen Pancake, genoss den letzten Lombok Cafe und genoss den Ausblick raus aufs Meer, bevor ich mich schweren Herzens auf den Weg zum Pier machte und mit dem FastBoat in Richtung Bali zurückfuhr.