Wie deine Fotos endlich mehr Lebendigkeit bekommen –mit Gegenlichtaufnahmen

ISO 100, Blende 1.4, 1/1600 Belichtungszeit

ISO 100, Blende 1.4, 1/1600 Belichtungszeit

Früher hat man immer gesagt: Blende 8, die Sonne lacht. Ich wurde auch schon angesprochen, dass ich doch etwas falsch mache, wenn ich gegen die Sonne fotografiere – ich sei doch eine schlechte Fotografin. Ich hätte ja keine Ahnung oder ich mache das ja total falsch. Ich habe für mich herausgefunden, dass ich mit Gegenlichtaufnahmen meine schönsten, lebendigsten und stimmungsvollsten Bilder produziere. Das Licht am Abend macht das Funkeln in meinen Fotos aus. Aber auch der Morgen kann sich von seiner schönsten, pastellfarbigen Seite zeigen.

Beste Uhrzeit für GegenlichtAufnahmen

Das ist eine Stunde vor Sonnenuntergang oder wenn du Frühaufsteher bist, dann direkt zum Sonnenaufgang. Wenn du ein Smartphone hast, gibt es diverse Apps bei denen du herausbekommst, wo die Sonne auf oder untergeht, gerade dort, wo du dich befindest. Manchmal findest du das auch schon auf wetter.com im Internet.

Sonnenaufgangsfotos sind meist gegen 6 - 8 Uhr. In den Sommermonaten kann es auch schon mal 5:30 Uhr sein. Du solltest also wirklich kein Problem haben früh aufzustehen. Dein Vorteil am Morgen: Die meisten Menschen schlafen noch und sind noch nicht aktiv, weshalb du nur wenige Personen, wie Jogger am Strand oder in den Strassen hast. Perfekt, um ein Foto ohne viel Aufmerksamkeit zu schiessen.

Sonnenuntergangsfotos sind meist gegen 19 -21 Uhr. Da schaust du aber am Besten mal in deiner App nach, wann die Sonne untergeht an dem Ort, wo du dich gerade befindest.

ISO 100, Blende 4, 1/4000 Belichtungszeit

ISO 100, Blende 4, 1/4000 Belichtungszeit

ISO 100, Blende 1.4, 1/1000 Belichtungszeit

ISO 100, Blende 1.4, 1/1000 Belichtungszeit

Für ein Fotoshooting plane ich zwischen 30 und 40 Minuten ein. Wenn du natürlich nur Landschaftsaufnahmen und Stimmungsbilder von deiner Umgebung machen möchtest, dann reicht es, wenn du 10 - 20 Minuten vor dem Untergang zur Wunsch-Location gehst. Zum Sonnenaufgang reicht es, wenn du 5 Minuten eher da bist, um dir den bestmöglichsten Platz zu sichern, um schöne Gegenlichtaufnahmen zu erzeugen.

Wie fotografiere ich mit Gegenlicht?

Beachten solltest du, dass manche Kameras nicht so schnell fokussieren können, wenn gerade sehr viel Licht (Offenblendig) in deine Kamera strömt. So kann es sein, dass du einen Augenblick verpasst oder dieser nicht komplett scharf wird. Deshalb schaue immer, dass du nicht nur Sonne in die Kamera bekommst, sondern dich ein wenig bewegst und deinen Fokus Punkt verschiebst. So kann es auch passieren, dass du bei Gegenlichtaufnahmen einen sogenannten “Lensflare” erstellst. Das ist die Reflexion, die auf das Bild durch eine Linse (in deinem Objektiv) gestrahlt wird, die von der Sonne kommt. Dieser Lensflare zeichnet sich meist kreisrund oder in kleinen Flecken auf deinem Foto ab. Durch die Reflexion in die Linse, gibt es sie ihn verschiedenen bunten Farben. Ich finde das toll, und ich erzeuge auch gern mal ein Lensflare auf dem Bild, weil ich es so möchte. Es gibt deinem Foto noch einen besonderen Touch.

ISO 100, Blende 1.4, 1/1250 Belichtungszeit

ISO 100, Blende 1.4, 1/1250 Belichtungszeit

ISO 100, Blende 2.2, 1/5000 Belichtungszeit

ISO 100, Blende 2.2, 1/5000 Belichtungszeit

ISO 100, Blende 1.4, 1/4000 Belichtungszeit

ISO 100, Blende 1.4, 1/4000 Belichtungszeit

Welches Objektiv verwende ich und was genau muss ich einstellen an meiner Kamera?

Am liebsten arbeite ich mit meinem 35mm 1.4 von Sigma. Dort kann ich die Blende so weit öffnen, dass ich super viel Unschärfe ins Bild bzw. den Hintergrund oder Vordergrund bekomme. Gerade wenn Menschen vor meiner Kamera sind, lassen sich diese bestens fokussieren und der Rest wird unkenntlich und wirkt verschwommen. Die Gesichter bekommen eine Leichtigkeit ins Gesicht und wirken milchiger.

Grundsätzlich fotografiere ich Gegenlichtaufnahmen am liebsten im M-Modus, weil im Blendenautomatik macht es mir den Vordergrund oder die Gesichter einfach viel zu dunkel. In der Nachbearbeitung sind die Gesichter teilweise nicht mehr zu retten. Deswegen lieber alles selbst einstellen und nochmals umstellen, wenn sich deine Situation ändert, du deinen eigenen Fokuspunkt für das Foto wechselst oder du dich bewegst.

Mit Gegenlicht reicht es völlig einen ISO von 100 max. 200 einzustellen, gerade wenn du ein lichtstarkes Objektiv hast, so wie ich. Die Einstellungen variieren natürlich, je nach den Gegebenheiten und Orten, wo ich mich befinde. Grundsätzlich kann man aber gut mit ISO 100, 1.4 Blende und 1/1000 Belichtungszeit arbeiten und diese Einstellung nehme ich im manuellen Modus vor. Schau doch, dass du nicht zu arg hell fotografierst, sonst ist der Hintergrund zu grell und nichts zeichnet sich mehr ab. Der Hintergrund lässt sich dann in der Nachbearbeitung schlecht wieder zurückholen oder wird dann meist grau versetzt.

Traust du dir nun endlich zu, im M-Modus und mit Gegenlicht dein Foto zu erstellen? Zeig mir deine beste Gegenlichtaufnahme und schicke sie mir gern in einer Mail!