Last Updated on 01/02/26 by Lisa
Wenn du in der Sächsischen Schweiz mal eine Tour suchst, die nicht überfüllt mit Touristen und Wanderern ist, dann ist die Neumannmühle Rundwanderung genau dein Ding. Startpunkt ist die Neumannmühle im Kirnitzschtal – und ab da geht’s schnell in den Wald, vorbei an felsigen Passagen, ruhigen Wegen und richtig schönen Aussichtsmomenten (ohne dass du dafür erst drei Stunden Anstieg überleben musst).
In diesem Beitrag nehme ich dich auf unsere Runde mit: Ich zeige dir, wie der Weg verläuft, wo es besonders schön ist, worauf du unterwegs achten solltest und wie sich die Tour wirklich anfühlt – inklusive der kleinen Glücksmomente, wenn der Blick über das Tal schwebt. Wenn du eine solide Rundwanderung durch die Sächsische Schweiz willst, die gut machbar ist, aber trotzdem nach Natur und Abenteuer schmeckt: komm, ich nehm dich mit.
Kurzinfo zur Tour
Start/Ziel: Neumannmühle
Strecke: 11 km
Höhenmeter: 340 hm
Dauer: ca. 3,5 Std (+ Fotopuffer)
Schwierigkeit: mittelschwer
Highlights: Heringsloch, Kipphornaussicht, Großer Winterberg
Jeder weiss, die Sächsische Schweiz ist ständig völlig überfüllt mit Touristen ist. Besonders die Bastei ist beliebt bei viele Ausflüglern. Aber wenn du mal so richtig Lust auf eine ruhige Tour durch die Sächsische Schweiz suchst, dann solltest du heute mit mir deine Wanderschuhe schnüren und dein Rucksack mit Proviant füllen.
Wir ziehen mitten im Hochsommer und in den Sommerferien im August los. An einem Samstag. Wir sehen schon die vielen Autos am Straßenrand parken, finden gerade noch so einen Platz für unser Auto. Wenn das mal nicht übervoll wird auf unserem Wanderweg?
Aber tatsächlich verläuft es sich sehr gut in dem großen Gebiet im Elbsandsteingebirge, wie wir später noch mitbekommen werden.
Start zur Neumannmühle Rundwanderung in der Sächsischen Schweiz
Motor aus. Gang rein. Wanderschuhe anziehen.
So einen ganz konkreten Plan haben wir schon, wo wir hinwollen. Jedenfalls ganz sicher wandern in der Sächsischen Schweiz. Denn das wollte ich schon so lange mal.
Am Parkplatz Neumannmühle gibts direkt ein Wanderschild mit allen Top-Wanderzielen und markierten Aussichtspunkten der Region. Wir folgen zuerst den gelb markierten Wanderweg in Richtung Goldsteinaussicht.



Wie unglaublich magisch es auf den ersten Metern losgeht. Rechts und links von uns türmen sich die Gesteine auf. Manchmal behangen mit Moos. Meistens aber bewachsen mit Bäumen. Wenn du genau hinschaust, siehst du auch immer mal wieder ein Gesicht in den Felsformationen.
Wir sind erst ein paar hundert Meter gewandert, aber sehen vor uns schon das Zeughaus. Ein beliebter Rastplatz für alle die, die wandern in der Sächsischen Schweiz. Natürlich gönnen wir uns ein Softeis! Wir können da jetzt nicht einfach so dran vorbei gehen. Auch wenn wir erst eine halbe Stunde auf den Beinen sind.
Kurze Pause an der Goldsteinaussicht während unserer Wanderung
Frisch gestärkt und mit süssen Überresten in den Mundwinkeln, kommt nun der erste Anstieg, der uns auf den Weg des höchsten Punkt der heutigen Wanderung im Elbsandsteingebirge führt. Die Tour ist als Mittelschwer angegeben und wird mich heute nicht an meine Grenzen bringen.
Denn auch wenn 340 Höhenmeter für Deutschland sehr viel ist, so sind das die üblichen Höhenmeter, die ich in der Schweiz für üblich überwinden muss.




Ich freue mich, den Berg bezwungen zu haben und freue mich auf eine kleine Verschnaufpause. Da kommt die nächste Station gerade richtig. Denn wir erreichen den Aussichtspunkt Goldsteinaussicht.
Ich blicke auf den grossen Nationalpark und auf die Tschechei. Sie ist natürlich nicht durch eine Grenze markiert und unsichtbar. Aber ich weiss, da drüben, da liegt schon ein anderes Land.
Die Wanderung haben wir zu der Zeit unternommen, als das Reisen 2020 in fremde Länder verboten bzw. eingeschränkt war. Irgendwie ein komisches Gefühl.
Mein Freund und ich sitzen hier einen Moment. Wir sind etwas traurig über die trockenen, toten Bäume. Wir lassen unsere Füße ein wenig hängen. Ich in Wanderschuhen*, mein Freund wie immer mit Turnschuhen*. Wir lesen das Gestein und suchen lustige Gesichter in den Formationen.
Nach einer halben Stunde gehen wir weiter.
Der höchste Punkt der Neumannmühle Rundwanderung in der Sächsischen Schweiz: Großer Winterberg
Durch den Wald und über Holzstege, ziehen wir gemächlich weiter. Heute würde ich sagen, das ist eine gute Wanderung mit unserem Hund. Denn auch bei sehr warmen Temperaturen, wie es auch am Tag der Wanderung war, ist es immer schön kühl unter den Blättern des Waldes.
Frau Maier hätte sicher sehr viel Spass gehabt.



Dann erreichen wir den grossen Winterberg und gehen vor dem Restaurant, noch zur Aussichtsplattform Kipphornaussicht. Hier kann man auch gut rasten. Eine Bank mit Tisch stehen auf den abgelutschten Steinfelsen.
Der Ausblick ist gigantisch. Von hier oben sieht man die Weite des Elbsandsteingebirges gewaltig. Auf der Elbe tuckern die Touristen auf dem Schiff, von hier oben geniessen wir die Ruhe.
Das Restaurant “Wanderrast” auf dem Großen Winterberg kommt mit dem steigenden Hunger sehr gelegen. Eine grosse Auswahl an kalten Getränken und der frische Flammkuchen kommt heute auf den Tisch.
Eine Toilette und ein grosser Spielplatz für Kinder sind vor Ort. Wir verputzen unser vegetarisches Mittag und laufen nach einer halben Stunde Pause weiter.
Abstieg ins Heringsloch und zurück zur Neumannmühle
Tatsächlich treffen wir auf dieser Wanderung auf sehr wenige Wanderer. Klar, bei der Wanderrast sahen wir einige. Auf unserem Abstieg ins Heringsloch treffen wir nur auf eine Familie. Den Rest werden wir ohne andere Menschen erwandern.
Wir orientieren uns hier weiter an dem weiss-grün-weissen Wanderweg. Wandern in der Sächsischen Schweiz habe ich mir immer sehr überfüllt vorgestellt. Gerade hier im Heringsloch.
Sieht doch der Wald nochmal aussergewöhnlich anders aus, als auf den anderen Wegen.

Ich frage mich, ob die Steine von Menschenhand so verlegt wurden? Oder ist das hier ein einzigartiges Naturschauspiel?
Im Nationalpark bleiben umgeknickte Bäume einfach liegen und werden sich selbst überlassen. Ich finde, so sollte das überall gehandhabt werden. Denn der Wald kann sich so ganz ursprünglich und auf seine eigene Art wieder erholen. Fällen wir die Bäume, nehmen wir den kleinsten Tieren und Mikroorganismen seinen natürlichen Lebensraum.
Beim Abstieg im Heringsloch hätte ich mir meine Wanderstöcke* gewünscht. Denn zwischen den Baumwurzeln zu wandern und “Treppen” zu steigen, geht schon ganz schön auf meine Knie.
Und nach über einer halben Stunde, laufen wir wieder gerade und auf einer Schotterpiste in Richtung Neumannmühle. Jetzt sind es nur noch 15 Minuten bis wir das heutigen wandern in der Sächsischen Schweiz hinter uns lassen werden.

Anreise
Mit dem Auto oder mit dem öffentlichen Verkehr möglich. Du erreichst die Neumannmühle mit dem Auto von Bad Schandau in 20 Minuten. Es gibt einen öffentlichen Parkplatz, mit einer Parkgebühr von 5 € am Tag. Wenn am Wochenende viel los ist, wird einfach am Strassenrand geparkt.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommst du von Bad Schandau mit dem Linienbus 241 direkt an die Haltestelle Neumannmühle.
Du kannst aber auch mit der nostalgischen Kirnitzschtalbahn bis zum Lichtenhainer Wasserfall fahren. Schon seit 1898 fährt hier die quitschgelbe Bahn entlang der Kirnitsch. Vom Lichtenhainer Wasserfall geht es von hier aus entweder mit dem Bus 241 weiter zur Neumannmühle. Du kannst aber auch die 4.5 km laufen.
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Warst du auch schon wandern in der Sächsischen Schweiz und möchtest deinen Geheimtipp mit mir teilen? Wie fandest du die Neumannmühle Rundwanderung? War sie einfach für dich? Schreib mir gern etwas dazu in die Kommentare. Ich freue mich über dein Feedback!



2 comments
Hallo Lisa, ich bin Euch gerade auf Eurem schönen Weg gefolgt, natürlich nur hier, online, aber immerhin mit Deinen schönen Fotos. Ich war zwar schon mehrmals in der Sächsischen Schweiz, aber doch eher auf den Touristenpfaden unterwegs, allerdings nicht im August. Und jedes Mal, wenn ich einen Artikel wie Deinen lese, bereue ich, dass ich dort sonst kaum herum gekommen bin. Mein Favorit ist daher der Liechtenstein, der so unglaublich abwechslungsreich ist, dass er geradezu unwirklich erscheint. Aber ich werde mir Eure Wanderung merken und bald einmal die weniger bekannten Wege des Elbsandsteingebirges erkunden. Vielen Dank für den schönen Artikel!
Lieber Jens
Das ist sehr schön, dass ich dich Abseits der üblichen Touristenpfade geführt habe. Wenn auch erst einmal digital. Für meinen nächsten Besuch, merke ich mir ganz sicher den Liechtenstein vor, den du mir empfohlen hast.
Liebe Grüsse
Lisa