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Kurische Nehrung: Dünenlandschaft in Litauen + Sehenswürdigkeiten

Last Updated on 10/04/26 by Lisa

Der Nationalpark Kurische Nehrung fühlt sich an wie ein Ort zwischen den Welten: endlose Sanddünen, Kiefernwälder zum Laufen, Fahrrad fahren oder (Inline)-Skaten. Der raue Wind im Gesicht und auf der einen Seite das Meer der Ostsee, auf der anderen das ruhige Kurische Haff. Kaum irgendwo sonst in Europa liegen Natur, Geschichte und Urlaubsgefühl so nah beieinander.

Wenn du dich fragst, ob sich ein Besuch der Kurischen Nehrung lohnt, was du dort unbedingt sehen solltest und wie du deine Reise am besten planst, dann bist du hier richtig! In diesem Beitrag teile ich unsere Eindrücke, Lieblingsorte und praktische Tipps für deinen Trip auf diese besondere Landzunge in Litauen.

Was ist die Kurische Nehrung und warum ist sie so besonders?

Tote Düne auf der Kurischen Nehrung mit weitem Blick über Sandlandschaft

Die Kurische Nehrung ist eine schmale 98 Kilometer lange Halbinsel. Links die Ostsee mit ihrem Dauersausen, rechts das ruhige Kurische Haff und dazwischen nur Sand, Kiefern und Wind. Die Hälfte der Kurischen Nehrung gehört zu Litauen und die andere Seite der Nehrung zu Russland (Kaliningrad). Sie ist seit 1945 politisch in zwei Teile getrennt. Besonders ist die Insel deswegen sowieso schon, aber auch wenn du hier auf den Straßen fährst, fühlst du dich direkt krass entspannt. 

Das Besondere an der Kurischen Nehrung sind ganz sicher die höchsten Dünen Europas, die hier auf diesem kleinen Stück Land beherbergt werden. Was viele nicht wissen: Die Dünenlandschaft ist nicht einfach nur ein bisschen aufgetürmter Sand. Sie ist das Ergebnis aus Jahrhunderten von Wind und Stürmen. Früher wurden Wälder stark abgeholzt, der Sand kam dadurch in Bewegung. Ganze Dörfer wurden teilweise verschluckt und später hat man versucht, das Ganze mit Aufforstung wieder zu stabilisieren.

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Große Teile der Nehrung stehen unter Schutz, damit die empfindlichen Dünen, die Pflanzenwelt und die Tiere nicht buchstäblich plattgetreten werden. Auf der kompletten litauischen Seite ist das Gebiet als Nationalpark Kurische Nehrung ausgewiesen.

Dadurch gibt’s klare Spielregeln: Du bleibst auf den markierten Wegen und Holzstegen, nutzt die offiziellen Aussichtspunkte und akzeptierst, dass manche Bereiche nur aus der Distanz bestaunt werden dürfen. Genau das erhält diese Landschaft. Seit dem Jahr 2000 zählt die Kurische Nehrung als gemeinsames Natur- und Kulturerbe zum UNESCO Welterbe.

Wo liegt die Kurische Nehrung? Anreise & Orientierung

Die Kurische Nehrung liegt im Baltikum an der litauischen Küste und ist geteilt. Der 52 Kilometer lange nördliche Teil gehört zu Litauen, der südliche zu Russland (Kaliningrad). Wenn du auf der Nehrung unterwegs bist, merkst du das aber fast nicht. An einer Stelle geht es dann plötzlich nicht mehr weiter. Denn hier kommt die Grenze zur russischen Seite.

Camper an der Grenze zu Kaliningrad auf der Kurischen Nehrung

Wichtig zu wissen: Im Dünenbereich ist der Grenzverlauf teils nur markiert (nicht durchgehend eingezäunt). Ein „kurz mal aus Versehen rüber“ kann richtig Ärger bedeuten. Kaliningrad ist politisch/organisatorisch ein ganz anderes Level (Visa/Regeln/Sicherheitslage). Außerdem: Grenzübergänge auf der Nehrung sind teils für Privatpersonen geschlossen, deshalb vorher unbedingt aktuelle Hinweise checken. 

Kurische Nehrung Anreise mit Auto, Fähre & Bus

Hubi Camper auf der Fähre zur Kurischen Nehrung, Überfahrt ab Klaipėda

Kurische Nehrung mit dem Auto (oder Camper):
Du fährst nach Klaipėda und setzt von dort mit der Fähre nach Smiltynė über (ohne Fähre geht’s nicht – es gibt keine Brücke). Für Fahrzeuge nimmst du die Autofähre oder auch „Neue Fähre“. 
Unsere Kosten (Stand Mai 2025): Wir haben 46,40 € für unseren Camper für die Hin- und Rückfahrt bezahlt und 20 €für den Eintritt an den Nationalpark. (Preise können je nach Saison/Fahrzeug variieren.)

Warten an der Fähre nach Klaipėda, Fahrzeuge in der Warteschlange

Mit Bus/ÖPNV oder auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad:
Wenn du kein Auto dabei hast, kannst du ab Klaipėda auch Busverbindungen Richtung Nehrung nutzen (z. B. Richtung Juodkrantė/Nida). Praktisch, wenn du nur einen Tagestrip planst oder dein Auto in Klaipeda stehen lässt. Zu Fuß erreichst du nur sehr wenig auf der Kurischen Nehrung, ein Fahrrad ist sehr ratsam. 

Kurische Nehrung Camping 

Für die Kurische Nehrung Camping gilt: Es ist ein sensibles Schutzgebiet, daher sind Stell- und Campingmöglichkeiten begrenzt. Campen ist im Nationalpark nicht erlaubt. In der Nebensaison wurde es uns gestattet im Wohnmobil auf einem Parkplatz zu übernachten.

Heißt aber in der Praxis nicht, dass dies generell geduldet wird. Deshalb solltest du lieber früh planen (vor allem im Sommer) dir einen Platz auf dem Campingstellplatz zu buchen, und nicht davon ausgehen, dass irgendwo wild stehen kannst. Falls du dich entscheidest, mit deinem Camper wild irgendwo zu stehen, dann machst du das auf eigene Gefahr.

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Die schönsten Orte auf der Kurischen Nehrung

Nida – Künstlerdorf, Dünenblick & entspannte Cafés

Hölzerne Häuser in Nida auf der Kurischen Nehrung, typische Architektur
Nida Dünenblick von der höchsten Wanderdüne Europas auf Kurische Nehrung

Der kleine Hafenort Nida befindet sich auf der Haffseite der Kurischen Nehrung und gehört zu den meist besuchten und touristischsten Orten. Das ursprüngliche Dorf lag früher um 1675 auf der Seite von Kaliningrad und musste durch die Düne etwas mehr in den Norden ziehen. Heute nennt man Nida oder früher Nidden, auch gern mal das “Künstlerdorf”

Einige große Namen unter der Bildenden Kunst isolierten sich auf der Nehrung, um nach Ruhe und Inspiration zu suchen. Das kann ich absolut verstehen, warum sie ausgerechnet hier her kamen. Große Namen wie Thomas Mann, Carl Zuckermeyer, Lovis Corinth, Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein hat man hier beim beim Suchen nach einer Eingebung beobachten können.

Thomas Mann ließ sich das Haus als Sommerhaus bauen. Ein Architekt aus Klaipėda half beim Entwurf. Viel Zeit hatte er dort aber nicht. Nach nur drei Jahren musste er das Haus wieder verlassen, denn der Krieg zwang ihn, die Kurische Nehrung und somit auch sein Haus aufzugeben. Das Gebäude selbst überstand den Zweiten Weltkrieg und auch später der Gedanke, dass Haus abreißen zu lassen.

Durch den Besuch 1949 in Weimar als Literaturnobelpreisträger, rückte Mann wieder stärker ins kulturelle Bewusstsein. Denn da wurde vielen erst wieder klar, welche Bedeutung sein Name und das kulturelle Erbe auf der Nehrung für die Bewohner hatte. Erste Restaurierungen wurden gestartet und ab 1967 war es dann eine viel besuchte Gedenkstätte. Deutsche Literatur spielte damals generell eine große Rolle, besonders mit Blick auf Goethe und die Aufklärung.

Zum 100. Geburtstag von Thomas Mann kamen 1975 viele Ausstellungsstücke aus der DDR dazu und nach weiteren Renovierungsarbeiten, wurde es 1995 schließlich offiziell zum Thomas-Mann-Kulturzentrum. Bis heute ist das Kulturzentrum in Nida eines der beliebtesten Sehenswürdigkeiten auf der Nehrung.

Zum Essen gehen empfehle ich dir das KURŠIS. Schlange stehen ist wohl hier ganz normal, um auf einen Platz zu warten. Das Restaurant ist immer gut besucht und hat sowohl nationale, als auch internationale Gerichte auf der Karte. Für lecker Kaffee und Kuchen solltest du einen Halt im Gardumėlis machen. 

Ausflüge rund um Nida

Rund um Nida liegt eines der Highlights im Nationalpark Kurische Nehrung – die Parnidis-Düne. Der Aufstieg ist leicht machbar und eher ein entspannter Spaziergang, als eine anspruchsvolle Tour. Die Wege solltest du nicht verlassen, um die Natur hier im Naturpark zu schützen. 

Die Dünen der Kurischen Nehrung wurden über Jahrhunderte hinweg durch den Wind geformt und wandern noch heute. Sie werden aus Westen in jedem Jahr um ca. 0,5 bis 10 Meter Richtung Osten mit dem Wind weggepustet. Die rund 53 Meter hohe Parnidis Düne zählt zu den größten Wanderdünen Europas.

Oben angekommen, wartet ein seltener Rundumblick auf dich! Ostsee auf der einen Seite, Kurisches Haff auf der anderen. Von hier oben lassen sich sowohl Sonnenaufgang und auch Sonnenuntergang beobachten. Auf einem Plateau auf der Düne steht eine große Sonnenuhr. Sie ist ein perfektes Fotomotiv und sowohl bei Sonnenauf- als auch bei Sonnenuntergang mit dem Licht spektakulär mit der Kamera einzufangen. 

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Juodkrantė – Hexenberg & Bernsteinbucht

Juodkrantė Promenade mit künstlerischen Skulpturen und typischen Häusern im Hintergrund
Promenade von Juodkrantė am Kurischen Haff, Spazierweg bei ruhigem Wetter
Straße im Nationalpark Kurische Nehrung durch Wald und Dünenlandschaft

Juodkrante haben wir zufällig durch eine kleine Wanderung entdeckt. Eigentlich haben wir nach einem Supermarkt gesucht und sind dann von der Ostsee-Seite über einen Wanderweg direkt in diese süße Ortschaft gekommen. Wir sind ein wenig an der Promenade entlang geschlendert, haben die niedlichen Skulpturen begutachtet und bei schönem Wetter ein Eis geschleckt. 

Außerdem findest du den Hexenberg in Juodkrantė und dieser ist einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten auf der Kurischen Nehrung. Seit 1979 führt hier ein kurzer Waldpfad an Holzskulpturen aus der litauischen Sagen- und Märchenwelt vorbei: Hexen, Teufel, Tiere und schräge Figuren, die zwischen alten Kiefern und Tannen stehen. 

Entstanden ist das Ganze als sich verschiedenste Holzschnitzer und Schmiede aus ganz Litauen getroffen haben und liesen sich von der Schönheit und dem mystischen Hügel inspirieren. Insgesamt wurden über die Jahre Dutzende Skulpturen geschaffen, später restauriert und teilweise ersetzt. Der Weg folgt alten Promenaden aus der Zeit, als Schwarzort (heute Juodkrantė) zum Ostseebad wurde.

Juodkrante ist auf der Nehrung vor allem für eins bekannt: Bernstein. Und das hat einen ziemlich handfesten Grund. Hier wurde im 19. Jahrhundert industriell Bernstein gewonnen und das richtig organisiert und in großem Stil. Deshalb gilt der Ort bis heute als einer der historischen Bernstein-Spots im litauischen Teil der Nehrung.

Wenn du dich dafür interessierst, lohnt sich ein Abstecher ins Bernsteinmuseum bzw. in die lokalen Ausstellungen rund um Bernstein. Dort wird dir erklärt, wie Bernstein entsteht, warum er hier so häufig vorkommt und wie er früher gehandelt wurde. 

Außerdem gibt es noch die Bernsteinbucht, wo die Geschichte spürbar wird. Je nach Wind und Wetter lohnt sich ein Spaziergang dort besonders, weil das Wasser gern noch heute ein Stück Bernstein anspült und du eine Chance hast, selbst fündig zu werden. Aber selbst wenn du keinen Bernstein findest: Die Bucht ist ein schöner, ruhiger Spot für eine Runde am Haff, mit viel Luft und dieser typischen Nehrungs-Stimmung aus Wald, Wasser und Sand.

Und nach dem vielen Suchen, intensivem Gucken auf den Boden und ein wenig mehr zu Geschichte lernen, hast du sicherlich auch mal Hunger? Dann solltest du unbedingt ins Žvejonė essen gehen. Hier gibt es leckere Gerichte für einen fairen Preis. 

Neringa – Natur, Ruhe & kleine Strände

Neringa Häuser entlang der Straße auf der Kurischen Nehrung, gepflegte Fassaden

Neringa ist der Teil der Kurischen Nehrung, der super einsam ist und für alle ist, die es lieber ruhig angehen wollen in während ihrem Urlaubs. Viel Wald, Sandwege, Wind in den Kiefern und dieses typisch baltisch klare Licht, das alles irgendwie weicher aussehen lässt.

Wenn du hier unterwegs bist, merkst du sofort, dass die Nehrung in Litauen nicht nur Dünen und Fotospots ist, sondern vor allem Natur zum Durchatmen. Immer wieder findest du kleine Picknickplätze oder Bänke, um eine Pause einzulegen.

📸 Hier findest du Fototipps für Einsteiger, die du kennen solltest

Kennst du eigentlich die Riesin Neringa? In der litauischen Mythologie soll die Riesin Neringa die Kurische Nehrung erschaffen haben, um die Menschen vor den wütenden Wellen der Ostsee zu schützen. Das passt irgendwie perfekt, weil sich die Nehrung auch heute noch wie ein natürlicher Schutzwall zwischen Meer und Haff von der Ostsee anfühlt.

Der Ort selbst wirkt dagegen weniger wie ein klassisches Dorf, sondern eher wie ein bewusst angelegter Ferienort. Es gibt viele niedliche Holzhäuser und hübsche, gepflegte Unterkünfte*, alles wirkt ordentlich und auf Urlaub eingestellt. Du findest hier aber kleine Strandzugänge, an denen du runterläufst und plötzlich fast allein am Wasser stehst. Keine große Promenade oder angelegte Strände mit Pommessbude im Hintergrund. 

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf der Kurischen Nehrung

Juodkrantė Schild im Nationalpark Kurische Nehrung mit Infos zu Flora und Fauna
Besuch der Wanderdüne Tote Düne, Weg führt durch geschützte Sandflächen
Erklärtafeln am Eingang der Toten Düne im Nationalpark Kurische Nehrung

Die berühmte Wanderdüne habe ich dir bereits in Nida vorgestellt. Die Parnidis-Düne ist die höchste hier auf der Nehrung und kostet keinen Eintritt. Es ist die bekannte Sehenswürdigkeit der Kurischen Nehrung und natürlich solltest du diese sehen. Hier lassen sich sowohl Sonnenaufgang als auch Sonnenuntergang beobachten. Vergiss deine Kamera auf keinen Fall!

Ein weiteres Highlight ist der Hexenberg bei Juodkrante. Seit 1979 entstehen hier auffällige Holzskulpturen aus Eichenholz. Die Skulpturen erzählen aus der litauischen Sagen- und Märchenwelt. 

Die Tote Düne liegt direkt an der Nida-Straße zwischen Juodkrante und Pervalka. Du zahlst 5 € pro Person Eintritt (Hunde sind kein Problem) und läufst dann auf einem etwa 1 km langen Weg durch eine Landschaft, die fast unwirklich aussieht: riesige Sandflächen, schroffe Pflanzen, die sich ihren Weg bahnen, ein wenig Wind um die Ohren und (hoffentlich) ein blauer Himmel. Besonders eindrücklich fand ich die umgefallenen Kreuze. Sie markieren alte, vom Sand verschluckte Dörfer. 

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Du kannst deine Schuhe am Ende des Holzsteges ausziehen und Barfuß durch den warmen Sand weiter laufen. Am Ende kommst du auf ein Plateau bzw. zu einem kleinen Aussichtspunkt. Von dort hast du diesen Blick über die vielen Sanddünen bis rüber zum Kurischen Haff. Alles wirkt riesig, ruhig und gleichzeitig lebendig, weil der Wind die Düne ständig weiter formt.

Rundherum liegt das Naturschutzgebiet Nagliai, und genau das spürst du auch: Bitte auf den Wegen bleiben, nicht querfeldein – die Landschaft ist super empfindlich. Aber ganz ehrlich: Schon der offizielle Weg reicht völlig, um mit offenem Mund dazustehen.

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Strände auf der Kurischen Nehrung – ruhig, wild & weit

Frau Maier genießt Sonne am Sandstrand von Nida auf Kurische Nehrung
Frau Maier und Dowo toben im Sand am Ostseestrand der Kurischen Nehrung

Was ich an unserem Kurische Nehrung Urlaub im Baltikum so geliebt habe: Du hast auf der Nehrung an verschiedenen Orten diese endlosen Ostsee-Strände. Wir waren am Strand von Juodkrantė, am Strand bei Nida und auch am Strand von Pervalka zum Durchatmen, Gassi gehen und einfach genießen. Überall findest du feinsten Sandstrand, viel Platz, wenig Leute um diese Jahreszeit (Mai) und dieses Ostsee-Gefühl, das mal ruhig und mal komplett stürmisch ist.

Es kann den einen Tag so schönstes Sommerwetter sein und am darauffolgenden Tag schifft es wie verrückt. Bläst den Wind an die Nehrung, peitscht den Regen um die Ohren und macht es so sau kalt, dass man eigentlich nur in seinem Camper (oder in der Ferienwohnung*) sitzen will mit einer heißen Tasse Tee und einem guten Film. 

Was ich auch liebe ist, dass du bist super schnell von einer Seite zur anderen gelaufen bist. Selbst wenn du eine Ferienwohnung* auf der Haffseite hast: ein kleiner Spaziergang über die Nehrung und zack, du stehst direkt an der Ostsee. Man läuft oft nur um die 15 Minuten. Sonnenuntergänge kannst du hier übrigens richtig schön mitnehmen.

Und noch wichtig, wenn du mit Hund unterwegs bist: In der Nebensaison ist es meist entspannt, den Hund an den Strand mitzunehmen. Im Sommer gibt’s oft ausgewiesene Hundebereiche – darauf solltest du achten, damit’s keinen Ärger gibt.

Frau Maier findet so feine Strände sowieso grandios. Da flitzt sie in einem Affenzahn hoch und runter, links-rechts, haut sich kurz hin und schießt wieder zurück zu uns. Und diese Grimassen dabei… wir lachen uns wirklich jedes Mal richtig schlapp. Und wenn sie dann noch was im Sand gesucht hat, könnten wir sie abknuddeln, denn dann hängt sau viel Sand an ihrer Schlabberbacke. 

Der Sand ist hier übrigens oft Quarzsand und das witzige an dem: der quietscht! Wenn du drüber schlurfst, dann macht der Geräusche. Das hab ich das erste Mal gehört und fand das super amüsant. Probier’s selbst mal aus! Das quietschen entsteht, wenn der Sand sehr trocken ist und aus ziemlich gleichmäßigen, sauberen Quarzkörnern besteht. Beim Reiben und Zusammendrücken entstehen kleine Schwingungen, die wir als Quietschen hören.

Beste Reisezeit für die Kurische Nehrung

Die Kurische Nehrung hat ein ziemlich „küstiges“ Klima: windig, schnell wechselnd und im Sommer oft angenehmer als knallheiß. Als groben Anhaltspunkt kannst du dich gut an den Werten rund um Nida orientieren. Stell dich darauf ein, dass eine Regenjacke unbedingt mit in deinen Reisekoffer sollte. 

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Wenn du in deinem Urlaub lieber angenehme Temperaturen liebst, dann ist Litauen auf jeden Fall genau das richtige Land für dich. Im Sommer (Juni – August) hast du hier Durchschnittstemperaturen um die 18 – 21 Grad am Tag und in der Nacht laue 11 – 14 Grad. Lässt sich also gut mit dem Camper aushalten.

Im Frühling (April, Mai) und Herbst (September – November) können es tagsüber auch schon 10 – 16 bzw. 6 – 16 Grad sein, in der Nacht auch mal nur 2 – 7 Grad. Du solltest also eine Standheizung oder einen Ofen im Camper haben, für die ganz kalten Nächte. 

Du kommst auch im Winter rüber, denn die Fähren zwischen Klaipeda und Smiltynė fahren auch in der kalten Saison. Achte auf die Zeiten, denn sie fahren nur weniger häufig. Was du einkalkulieren solltest: kurze Tage, möglicherweise viel Wind, eventuell Glätte und dass manche Unterkünfte* und Restaurants eingeschränkte Öffnungszeiten haben. Die Temperaturen fallen natürlich im Winter auch tagsüber unter Null und in der Nacht können auch Minusgrade im zweistelligem Bereich vorkommen.

Lohnt sich die Kurische Nehrung wirklich?

Wenn du Natur, Weite und ruhige Orte magst, dann lohnt sich die Kurische Nehrung in Litauen für dich. 

Die Kurische Nehrung hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, ohne dass du dich dabei gestresst fühlst. Du kannst zur Düne bei Nida fahren, den Leuchtturm von Nida anschauen, oder beim Thomas-Mann-Haus vorbeigehen (der Literaturnobelpreisträger Thomas Mann hat hier sein Sommerhaus gebaut). Und wenn du lieber draußen in der Natur bist, reicht schon eine Runde durch die Dünenlandschaft oder spazieren gehen an einem der Strände und du bist happy.

Große Teile sind geschützt und wurde zum Nationalpark erklärt. Das heißt für dich: du bleibst auf den vorgegebenen Wegen und Holzstegen, um diese Landschaft zu bewahren. Teilweise sind Bereiche im Wald verboten zu begehen. Schilder weißen dich darauf hin. Außerdem steht die Nehrung seit dem Jahr 2000 als gemeinsames Natur- und Kulturerbe auf der UNESCO Liste, was gut zeigt, wie besonders dieses Gebiet ist.

Wenn du lieber Action und Nightlife suchst, bist du hier ganz sicher falsch. Auch wenn du Bock auf dauerhaft Sonne hast und wechselndes Wetter nicht so abkannst, solltest du auch nicht hier herkommen. 

FAQ zur Kurischen Nehrung

Wenn du gutes Wetter willst, aber nicht komplett im Trubel landen möchtest: Mai, Juni oder September sind oft am angenehmsten (wärmer, längere Tage, weniger voll). Juli und August sind klassisch Sommerferien-Zeit: warm, aber auch am vollsten.

Ja, wenn du auf Natur stehst: Dünen, Kiefernwald, breite Ostseestrände und Ruhe. Dazu kommt, dass die Kurische Nehrung als Kulturlandschaft gilt, die von Wind/Meer und menschlicher Nutzung geprägt wurde. Wenn du allerdings Action und Nightlife suchst oder keinen Bock auf Wind oder viel Regen hast (der kann dort wirklich konstant sein), dann eher nicht.

Kommt drauf an, was du willst und was du suchst: Nida bietet viele Sehenswürdigkeiten wie die Dünen, viele Aussichtspunkte, einige Restaurants und Unterkünfte. Juodkrantė ist eher ruhige, super für Familien oder Ruhesuchende und als Sehenswürdigkeit der Hexenberg oder Spaziergänge entlang der Promenade. Pervalka (und Preila) sind klein und entspannt, aber bietet weniger klassische Sehenswürdigkeiten.


Suchst du noch Tipps für deinen nächsten Roadtrip?



Welches sind deine Orte auf der Kurischen Nehrung? Hast du noch weitere Tipps für mich, die ich beim nächsten Besuch unbedingt noch anschauen sollte? Dann schreib mir deine Vorschläge gern in die Kommentare.

Und falls du gerade dabei bist, einige der Geheimtipps und Highlights selbst zu erkunden oder meine Empfehlungen ausprobierst: Ich freue mich, wenn du mich in deinen Storys auf Instagram mit @wanderwithlilu verlinkst.

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2 comments

  1. Die baltischen Staaten stehen für mich für einen Sommer Roadtrip weit oben auf der Bucketlist. Bisher war ich “nur” in den Hauptstädten, aber der Vibe hat mir auch dort schon sehr gefallen. Danke für den schönen Einblick!

    1. Uns hat es sehr gut gefallen im Baltikum. Bis jetzt haben wir nur einen Roadtrip durch Litauen und Lettland gemacht, Estland fehlt uns leider noch. Uns hat die Kurische Nehrung wirklich richtig gut gefallen, was man sicher im Beitrag auch rauslesen kann 🙂 Verlinke mich gern in deinen Instagram Stories, wenn du auf der Kurischen Nehrung unterwegs sein solltest. Liebe Grüße, Lisa

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