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Sardinien Rundreise: Der ultimative Guide für deinen Roadtrip

Last Updated on 13/06/26 by Lisa

Nicht umsonst trägt Sardinien den Spitznamen „Karibik des Mittelmeers“. Türkisblaues Wasser, einsame Buchten, Straßen die sich durch wilde Macchia-Landschaften schlängeln und Steilküsten, so rau und grün, dass man meint, auf einer ganz anderen Insel gelandet zu sein. Ob für eine Woche, oder 2 bis 3 Wochen: Sardinien hat für jeden Reiserhythmus das Richtige. Die Insel ist für alle, die echte Natur, authentische Küche und das echte Dolce-Vita-Gefühl suchen.

Neben den Naturhighlights erwarten dich auf deiner Sardinien Rundreise natürlich auch kulturelle Sehenswürdigkeiten wie die geheimnisvollen Nuraghen. Du wirst lecker schlemmen können in den kleinen Restaurants und vielleicht entdeckst du ja auch die letzten wilden Pferde Europas auf der Hochebene. Wir sind mit Hubi, unserem Campervan, und Frau Maier ganze drei Monate geblieben. Wir haben für deine perfekte Sardinien Rundreise die Insel einmal umrundet und durchquert.

Ob du mit Mietwagen, eigenem Fahrzeug, Camper oder mit Hund unterwegs bist: Hier findest du alles, was du für deine Rundreise durch Sardinien brauchst.

Unsere Route während unseres Roadtrips auf Sardinien 

Lisa, Dominic und Frau Maier beim Sardinien Roadtrip mit dem Camper
Weinverkostung auf Sardinien Rundreise, lokale Weine und Produkte entdecken

Aus über 3.5 Monaten Sardinien Roadtrip haben wir dir unsere schönsten Highlights und Sehenswürdigkeiten für deinen Urlaub zusammengefasst. Manchmal wurden wir von einem Regenschauer, von Dauerregen oder auch von Hurrikane-Tagen mit der Recherche aufgehalten. Selbst nach den vielen Wochen der Recherche, haben wir noch lange nicht alles von der Insel sehen können. Bestimmt kommen wir selbst mal wieder und fahren dann noch weiter rein ins Inland. Denn das sollte man bei seiner Reise nach Sardinien definitiv auch gesehen haben. 

Ehrlicherweise reichen natürlich 10 oder 14 Tage nicht aus, um alles sehen zu können, was wir in unserem großen Guide zusammengetragen haben. Ein Grund mehr, auf jeden Fall noch einmal wiederzukommen, oder?

Wir sind mit unserem Camper mit der Fähre von Livorno nach Olbia über Nacht gefahren. Zuerst sind wir an die Nordspitze von Sardinien gefahren. Weiter ging es für uns an die Westküste und anschließend für längere Zeit in den Süden. Zwischendurch fuhren wir immer wieder ins Landesinnere, wenn es das Wetter hergab. Von hier aus sind wir immer wieder in den Süden gedüst (weil es einfach im Winter wärmer ist), und um dann abschließend noch den Osten mit seinen traumhaften Stränden zu erkunden. 

Reise entlang der Nordküste Sardiniens: Von Olbia über Capo Testa, La Pelosa nach Castelsardo

Leuchtturm Capo Testa bei Sonnenuntergang auf der Sardinien Rundreise
Felsformationen am Capo Testa bei einer Wanderung auf Sardinien auf eigene Faust

Wir sind mit der Fähre in Olbia angekommen und sind dann erst einmal in die Waschanlage gefahren, um Hubi vom ganzen Salz zu befreien. Da wir im Dezember in Thüringen gestartet sind, hatten wir da ordentlich Salz und Schmutz drauf, der unbedingt in Olbia runtergewaschen werden musste. 

Wir nutzten die Chance in der Nebensaison und fuhren mit unserem Camper an das Capo Testa. Dort darf man nämlich zur Hauptsaison nicht mit seinem Wohnmobil auf das Kap fahren. Die verrückte Felslandschaft brachte uns direkt zum Staunen und der Ausblick reicht vom Leuchtturm bis nach Korsika. 

Ein kleines Stück weiter rein ins Inland mussten wir unbedingt Aggius besuchen. Ein kleines verschlafenes Dorf, welches mit seinen Granithäusern zu den schönsten der Umgebung gilt. Natürlich ist in der Nebensaison hier nicht so viel los. Nicht einmal das Banditenmuseum hatte geöffnet. 

Zwischen Granitfelsen, Weinprobe und Traumstränden im Norden Sardiniens

Camper Hubi mit Ausblick auf Castelsardo beim Sardinien Roadtrip
Lisa beim Winetasting mit lokalen Produkten wie Lardo Salami und Käse auf Sardinien

Zum Nikolaus schenken wir uns eine Weinverkostung, die in der Gegend um Valledoria sehr bekannt ist. Überhaupt solltest du auf Sardinien unbedingt eine Weinprobe machen, egal wo du gerade bist. Wir besuchten die Cantina Ligios – Winery, da wir hier mit unserem Camper gratis stehen dürfen. Strom und heiße Dusche inklusive. 

Ein Besuch im nahegelegenem Ort Castelsardo darf natürlich nicht fehlen. Stell dich mit deinem Camper oder Mietwagen an den Strand Lu Poltu di la Rena. Von hier aus bekommst du ein spektakuläres Foto. Ist aber nur etwas für Autos mit Bodenfreiheit. Castelsardo hat uns allerdings besser von weiter weg gefallen. Das Stadtzentrum selbst hat uns nicht ganz so überzeugt, da gibt es noch schönere Orte auf Sardinien. 

Bei deinem Roadtrip an der Nordküste entlang, sollte auf keinen Fall der gigantisch schöne Strand La Pelosa fehlen. Viel schreibe ich nicht darüber, denn den Strand musst du mit eigenen Augen sehen!

Zum La Pelosa Strand fährst du am besten, wenn sonniges Wetter ist. Dann kommen die blauen Farben so richtig schön zur Geltung. Geht aber auch bei schlechtem Wetter, denn selbst da leuchten dich die Farben des Strandes an. Nur ein Strand in Europa leuchtet noch heller und kräftiger, als dieser hier und der liegt in Griechenland auf Lefkada – Porto Katsiki. 

Fährst du ein kleines Stück zurück an den Strand Le Saline, lassen sich hier wunderbar Flamingos in den Salzseen beobachten. Der weiße, körnige Strand erinnert mich außerdem an kleine Reiskörner. Möchtest du noch einen weiteren Strand in der Art anschauen und hast mindestens 2 Wochen Zeit, musst du weiter runter an der Westküste entlang zum Mari Ermi oder Is Arutas.

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Strände und Sonnenuntergänge an Sardiniens wilder Westküste

Torre Sa Mora Weitblick beim Sardinien Roadtrip auf eigene Faust
Capo San Marco Wanderung mit Ausblick auf das blaue Meer bei der Sardinien Rundreise

Von der Nordküste ziehen wir Richtung Westen, und hier wird’s schnell rauer, aber auch direkt Grüner. Besonders schön ist die Küstenstraße zwischen Alghero und Bosa, auch wenn es für meinen Magen schnell mal flau wird bei den vielen Kurven. 

Einer unserer liebsten Stops zum wandern war Capo San Marco. Vom Parkplatz aus laufen wir etwa eine Stunde durch das Gebiet an der südlichsten Landzunge der Sinis-Halbinsel im Westen Sardiniens. Zum Glück haben wir lange Kleidung angezogen, denn die Mücken greifen jedes kleine Stückchen Haut an. Die letzten Tage zwischen Regen und warmen Wetter haben die kleinen Biester zum Schlüpfen gebracht. Als Bonus gibt’s einen herrlichen Ausblick auf einen langen Sandstrand mit diesem intensiven Blau, das Sardinien einfach so lässig aus dem Ärmel schüttelt. Wer will, der läuft noch bis hoch zum Torre di San Giovanni oder besucht noch die antiken Ruinen von Tharros.

Am Capo Mannu geht es recht entspannt zu und gerade bei Surfern, Windsurfern und Co., ist diese Ecke der Insel sehr beliebt. Mit Hund kannst du hier kilometerweit laufen und auch an der Straße mit dem Camper stehen (und übernachten) ist überhaupt kein Problem. Die Gegend hier wirkt in dieser Zeit sowieso eher wie ausgestorben und die meisten Rollläden sind bis zur Hochsaison noch geschlossen. Eine unserer liebsten Wanderungen war die zum Torre Sa Mora. Entweder fährst du mit dem Auto auf den Parkplatz oder läufst vom Ort einen Rundweg dahin. 

Zwischen türkisblauem Meer tauchen immer wieder sandige Hügel auf und wir staunen über die gelben Dünen, die im Abendlicht so glänzen, als hätte jemand Goldpuder drübergestreut. Die Dune di Torre dei Corsari ist dabei vielleicht nicht die größte Düne der Insel, aber ganz sicher eine der schönsten: eine kilometerlange, goldene Sanddünenlandschaft, direkt hinter einem feinen, breiten Strand. Wenn du noch einen drauflegen willst: Ein paar Kilometer weiter warten die Dune di Piscinas auf dich. Die ist eine der höchsten Sanddünenlandschaften Europas.

Reisstrände, Mückenalarm & Sonnenuntergänge an der Westküste

Sonnenuntergang in Torre dei Corsari beim Sardinien Roadtrip mit dem Camper
Torre dei Corsari Aussicht bei der Sardinien Rundreise auf eigene Faust
Capo Pecora Sonnenuntergang beim Sardinien Roadtrip

Zu den schönsten Stränden auf Sardinien gehöre wohl auch der Strand von Mari Ermi und der Is Arutas. Wären hier nicht so viele Mücken gewesen, hätten wir sicher ein paar Tage länger verbracht. Der Strand ist weiß, das Meer krass blau – selbst wenn es bewölkt ist. Der Strand wird gern besucht, weil es durch seine weißen Kullern so besonders ist. Man sagt auch gern Reisstrand dazu. 

An die schönsten Sonnenuntergänge auf Sardinien denken wir sofort zurück an das Capo Pecora. Unsere Gassirunden mit Frau Maier waren hier angenehm easy zu laufen, ohne fiese Absätze oder nervige Kletterstellen. Wenn der Abend kommt, springt uns das Fotografenherz förmlich aus der Brust. Dieses Licht beim Sonnenuntergang – das kann auch nur das Mittelmeer so schön, oder? Capo Pecora ist kein kompliziertes Wandergebiet und über die Wege erreicht man leicht mehrere Sandstrände. Und während Frau Maier sich noch den neuen Gerüchen zuwendet, stoßen wir mit dem Vermentino-Wein noch auf den tollen Tag an. 

Roadtrip durch Sardiniens Landesinneres: Wildpferde, Nuraghen & Bergdörfer abseits der Küste

Wildpferde der Giara di Gesturi bei der Sardinien Rundreise
Wildpferde auf der Giara di Gesturi beim Sardinien Roadtrip auf eigene Faust

Nach all dem Meer lohnt sich ein Abstecher ins Landesinnere, weil Sardinien dort nochmal ein ganz anderes Gesicht zeigt und sich hier das wahre Leben abspielt. Die Giara di Gesturi war für uns einer dieser Orte, an denen man automatisch leiser und sich direkt mit der Natur verbundener fühlt. Wir wussten, dass diese besonderen Tiere hier auf der Hochebene leben und doch haben wir uns Schritt um Schritt darauf eingestellt, dass die Wildschweine uns heute zuerst ‘Hallo’ sagen würden.

Schließlich haben wir ihr Grunzen schon aus dem nahegelegenem Busch gehört und ihre Hinterlassenschaften lagen hier gefühlt auf jedem Meter verstreut. Dann raschelt es auf einmal und es waren nicht etwa die Pferde, es waren drei Kühe die durch’s Dickicht rannten.

Schade!

Dann kam Dominic auf die Idee, dass wir zu dem See laufen sollen, dort halten sich für gewöhnlich Pferde auf. Und das haben sie dann auch. Ganz langsam und Sachte haben wir uns an die letzten Wildpferde Europas angeschlichen und sie still, zwischen den Ästen der Korkeiche heraus, beobachtet. Nur die Statur und Größe verraten, dass diese Pferde wirklich wild sind. 

Die Wanderwege durch das 4500 Hektar grosse Land sind mystisch, teilweise schlammig durch den vielen Regen, aber unbedingt zu empfehlen. Beim Wandern wirkt der Wald wie eine Bühne aus Licht und Schatten: sanftes Licht fällt durch die Äste, es riecht nach aufgeweichter Erde, moosumhülter Rinde und frischen Kräutern.

Das macht diese Sardinien Sehenswürdigkeit so besonders geheimnisvoll. Mein persönliches Highlight war es, einen Korkbaum anzufassen. Ich war ehrlich überrascht, wie weich sich diese Rinde anfühlt und wie lebendig und zart so ein Baum wirkt.

Wichtig: Wegen den Wildtieren haben wir Frau Maier hier stets an der Leine gelassen.

Su Nuraxi bei Barumini: UNESCO-Welterbe und Sardiniens berühmteste Nuraghe

Su Nuraxi Nuraghen bei Barumini auf der Sardinien Rundreise
Su Nuraxi Barumini UNESCO Welterbe beim Sardinien Roadtrip auf eigene Faust

Ganz in der Nähe liegt mit Su Nuraxi bei Barumini eine der beeindruckendsten historischen Stätten Sardiniens und trägt nicht umsonst den Titel UNESCO-Welterbe. Nuraghen sind prähistorische Turmbauten aus riesigen Steinblöcken, die es nur hier gibt. Auf Sardinien stehen noch mehr als siebentausend dieser Bauwerke, Relikte einer eigenen Kultur aus der Bronzezeit. Su Nuraxi gilt als das bekannteste und am besten erhaltene Beispiel. Es ist ein steinernes Labyrinth, das sich nachweislich über rund 3.000 Jahre Geschichte erstreckt und einen sofort in eine andere Zeit katapultiert.

Besichtigen konnten wir die Anlage allerdings nur mit einer geführten Tour. Frau Maier musste währenddessen draußen im Camper warten und wir waren ehrlich gesagt froh, dass Hunde hier keinen Zutritt haben. Denn selbst wir mussten mit unseren Sneakern aufpassen, dass wir auf den steilen, glatten und unglaublich eng geschnittenen Treppen nicht wegrutschen.

Und weil Kultur erleben hungrig macht, kehrten wir danach bei Luca im „Jara Green Life“ ein. Es ist ein typisch sardisches Restaurant und der Gastgeber herzlich, das Essen mega lecker und genau der richtige Abschluss nach so viel Geschichte.

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Ulassai & Gairo Vecchio: Bergdorf, Schluchten und Lost Place im Landesinneren

Dowo, Lisa und Frau Maier auf der Ulassai Wanderung auf der Sardinien Rundreise auf eigene Faust
Gairo Vecchio verlassenes Dorf Lost Place beim Sardinien Roadtrip

Unser Lieblingsstopp im Landesinneren ist auf jeden Fall auch das Bergdorf Ulassai. Ein Dorf, das perfekt als Basis für kleine oder große Wanderungen in deinem Sardinien Urlaub ist. Die Luft ist frischer und die Schluchten gelten noch eher als Geheimtipp. Was man aber wissen sollte: Die Straßen können hier typisch sardisch ausfallen – schmal, kurvig und eng geschnitten. Wir haben uns deshalb angewöhnt, vorher kurz Street View zu checken, damit Hubi nicht plötzlich in eine Straße rollt, die eher für Vespa und Fiat Panda gedacht ist. Praktisch für Camper: Es gibt einen Campingplatz, der von März bis Oktober geöffnet hat, und der Betreiber ist richtig herzlich.

Ganz in der Nähe haben wir einen kurzen Abstecher in das verlassene Dorf Gairo Vecchio gemacht. Die Häuser wurden bereits 1951 wegen einer Sturmflut evakuiert und ist seitdem ein gut besuchter Lost Place. Ich liebe das herumstreunen, in verlassene Ecken schauen und darüber grübeln, wie es den Menschen hier wohl ergangen ist. Einen besonderen Blick auf die Ortschaften Ulassai, Osini und Jerzu erhaschst du von hier drüben.

Wer mit Hund auf Sardinien wandern möchte, sollte ein paar Dinge beachten, wie Hitze, Wasser und die richtige Routenwahl. Alles dazu findest du in unserem Ratgeber zum Wandern mit Hund.

🐶🥾 Wandern mit Hund: Der große Ratgeber

Sardinien Rundreise an der Ostküste: Baunei, Cala Gonone & wunderschöne Strände

Familienfoto von Lisa Dominic und Frau Maier in Hubi vor Pedra Longa auf der Sardinien Rundreise mit Hund

Je näher wir der Ostküste kommen, desto dramatischer wird Sardinien wieder: Berge schieben sich ins Bild, Schluchten reißen die Landschaft auf, und die Küste fällt stellenweise so steil ab, dass wir automatisch langsamer fahren. Sicher auch wegen der Aussicht und der 100 Fotos und Videos, die wir auf den Panoramastraßen hier machen.

Einer unserer absoluten Lieblingsorte auf der Rundreise durch Sardinien war Pedra Longa und die Gegend rund um Baunei. Pedra Longa ragt wie ein steinerner Zeigefinger aus der Landschaft – 103 Meter hoch – und wirkt in echt nochmal wilder als auf Fotos. Dabei handelt es sich um einen Dolomit-Kalksteinblock. Er ist eine der höchsten direkt aus dem Meer ragenden Felsspitzen der Insel und wurde 1993 zum Naturdenkmal erklärt. Die Wanderwege entlang der Steilküste sind gut machbar, auch wenn’s zwischendrin mal steiler wird und der Kies unter den Schuhen rutscht.

Frau Maier ist neben uns hergetrottet, als wäre das ihr täglicher Spaziergang. Und am Vormittag, da trifft die Sonne auf das Meer und das Wasser leuchtet in unfassbaren Blau- und Türkistönen. Wir haben uns nur angeschaut und gemerkt, dass wir beide seit Minuten mit offenem Mund dastehen. Kein Satz war mehr nötig!

Von Baunei nach Cala Gonone: Panoramastraße, Bergblicke & Bauchgefühl

Baunei Dorf Details bei der Sardinien Rundreise mit dem Camper
Panoramastraße mit Blick aus dem Fahrerhäusschen T2LN1 beim Sardinien Roadtrip

Baunei selbst ist dann der perfekte Kontrast zur Küste. Ein Bergdorf, dass sich gerade für dir Touristen herausputzt. Überall wird gewerkelt und renoviert, wenn man durch die vielen kleinen Gassen läuft. Hier wird Gemütlichkeit und Dolce Vita noch großgeschrieben. Hier stehen Abends die Männer noch in der Bar, trinken ein Bierchen und erzählen sich von ihrem Tag. Es gibt typische Cafés mit leckeren Croissants, eine Pfarrkirche San Nicola di Bari aus dem 17. Jahrhundert, leckeres typisch sardisches Essen und der Supramonte di Baunei ist ein beliebtes Trekking-Gebiet. 

Ein Carabinieri gab uns den Tipp, dass wir im Pisaneddu essen gehen sollten. Zu Fuß sind es nur 700 Meter aus der Dorfmitte zu laufen und neben der dunklen Hauptstraße führte uns ein gut beleuchteter Waldweg direkt zum Restaurant. Der Kamin war schon angeschmissen und der Platz schon für uns hergerichtet. Jetzt noch ein guter Vermentino zum Anstossen und schon ist es ein perfekter Abend. 

Von Baunei, auf dem Weg nach Cala Gonone sind wir natürlich über die Panoramastraße gefahren, was eins unserer Highlights an der ganzen Ostküste war. Vom Pass aus kann man auch wandern, zum Beispiel Richtung Schlucht Gola Gorropu. 700 Höhenmeter mit steilen Passagen? Das überlassen wir heute mal lieber den anderen Leuten! Wir haben das ziemlich klar entschieden, dass wir nicht Fit genug sind und mit unserer Bulldogge diesen Wanderweg auslassen werden. 

In Cala Gonone waren wir dann wieder im Küstenmodus, nachdem uns der 150 km/h Wind in der Nacht so richtig durchgeschaukelt hat. Wir haben es gemacht, wie die älteren Einheimischen: Wir sind an der Promenade entlang geschlendert, mit den Händen zusammengefaltet auf dem Rücken.

Wanderungen rund um Cala Gonone: Cala Fuili, Cala Luna & Küstenwege

Cala Gonone Bucht bei der Sardinien Rundreise
Posada bei Sonnenuntergang in der Nahaufnahme

Die darauffolgenden Tage waren wir unterwegs zum wandern. Die Wanderungen zur Cala Fuili, zur Cala Luna oder zur Cala Gonone Cave sind super schön und teilweise auch mit Hund zu schaffen. Aber ein Thema nehmen wir auf Reisen konsequent ernst: Essen!

Im typisch sardinischen Restaurant Terra di Mare sind Hunde willkommen. Bei La Favorita Osteria Mediterranea haben wir uns eine Pizza Take-Away geholt und sie gemeinsam am Strand verputzt.

Einen Stop während deiner Sardinien Rundreise solltest du in Posada einlegen. Vom Parkplatz aus, muss man sich den Ort erst einmal „verdienen“. Es geht immer steil nach oben. Im Dorfzentrum angekommen, stand in der stillen Winterluft die Kirche im weichen Licht, fast so, als hätte jemand einen warmen Filter über den Ort gelegt. Irgendwo miauten Katzen um die Ecke, und über unseren Köpfen hörten wir das leise Surren der Tauben, die sich ihr Nest in den Hausdächern zurecht machten.

Auch wenn der Ort in der Nebensaison wie ausgestorben wirkt, so hat er doch etwas Besonderes. Und wenn wir einen Tipp wirklich nicht weglassen wollen: Essen gehen in der Trattoria La Scarpetta. Super nette Betreiber, richtig gutes Essen und Frau Maier war dort mindestens genauso gern gesehen wie wir.

Reise durch den Süden Sardiniens: Cagliari, Sant’Antioco & Villasimius mit Capo Carbonara

Villasimius Aussicht beim Sardinien Roadtrip auf eigene Faust
Leuchtturm Capo Carbonara bei der Sardinien Wanderung

Hier liegt die Hauptstadt von Sardinien: Cagliari. Wenn du mit dem Flieger anreist, dann wirst du ganz sicher hier landen und dir einen Mietwagen direkt abholen. Die Hauptstadt bietet natürlich viele Highlights, die du am besten zu Fuß erkunden kannst. Große Hunde, wie Frau Maier, werden in den öffentlichen Bussen der Stadt nicht transportiert. Kleine Hunde sind wohl kein Problem. Cagliari hat sehr viele Sehenswürdigkeiten, wie Bastione Saint Remy, den San Benedetto Markt, ein Römisches Amphitheater, die Kathedrale di Santa Maria und einige mega Food Hot Spots. 

Im Süden Sardiniens kannst du während deiner Rundreise auf eigene Faust natürlich auch die vorgelagerte Insel Sant Antioco erkunden. Am besten hat uns dort der kleine Fischerort Calasetta gefallen. Aber auch die umliegenden Strände sind besonders schön anzusehen. 

Unser persönliches Highlight entlang der Küsten im Süden ist Villasimius. Hier haben wir gleich mehrere Male für längere Zeit mit unserem Camper verbracht. Hier sind wir richtig runtergekommen und habe wunderschöne Ausflüge zB. zum Capo Carbonara gemacht. Mit Frau Maier konnten wir den Sandstrand entlang Gassi gehen und meistens erlebten wir sogar einen herrlichen Sonnenuntergang. 

Wenige Kilometer weiter östlich liegt der Spiaggia di Punta Molentis, den du dir während der Sardinien Rundreise unbedingt anschauen musst. Wir fanden den richtig schön und ist auf jeden Fall einen Stop wert. 

Unterkünfte auf Sardinien

Damit du während deiner Sardinien Rundreise hübsch unterkommst, stelle ich dir die besten Unterkünfte je nach Region vor. Solltest du mit deinem Camper für einen Roadtrip unterwegs sein, findest du hier die schönsten Stellplätze oder Campingplätze, die wir während unserer Zeit auf Sardinien gebucht haben.

Unterkünfte in Cagliari

Martini Castello Boutique Rooms: Charmante Boutique-Unterkunft mit allem, was du brauchst. Klimaanlage, Flachbild-TV, Kaffeemaschine, kostenlose Pflegeprodukte und auf Wunsch ein Zimmer mit Balkon. Wer Wert auf Stil und Komfort legt, ohne ein großes Hotelgefühl zu wollen, ist hier genau richtig.

Filippo’s Home in Villanova: Eine gemütliche Ferienwohnung mit voll ausgestatteter Küche, Klimaanlage und eigenem Badezimmer. Diese Unterkunft ist ideal für alle, die flexibel bleiben und abends lieber selbst kochen als ins Restaurant zu gehen. Perfekt für einen längeren Aufenthalt auf der Insel.

Unterkünfte an der Südküste Sardiniens

Casa Ottavia: Dieses Ferienhaus in Villasimius überzeugt mit Garten, Terrasse und einer voll ausgestatteten Küche. Mit zwei Schlafzimmern bietet die Casa Ottavia auch für kleine Gruppen oder Familien genug Platz. Die Lage in Villasimius macht sie zum perfekten Ausgangspunkt für traumhafte Strände.

Eliantos Boutique Hotel & Spa: Wer nach dem Erkunden der Insel richtig abschalten möchte, ist im Eliantos genau richtig. Das Boutique Hotel in Santa Margherita di Pula vereint Wellness mit sardischem Flair.Ein türkisches Bad, finnische Sauna und ein Entspannungsbereich warten auf dich. Dazu Restaurant, Bar und die Strände von Pula und Chia in unmittelbarer Nähe.

Faro Capo Spartivento: Eine der außergewöhnlichsten Unterkünfte, die Sardinien zu bieten hat. Du übernachtest ein einem aktiver Leuchtturm. Zwei Außenpools, ein Restaurant und ein Shuttleservice zum Strand machen den Aufenthalt unvergesslich. Für alle, die einmal wirklich aus dem Alltag ausbrechen wollen und Luxus mit Abenteuer verbinden möchten.

Dominic beim Schlendern durch die Altstadt von Castelsardo Sardinien

Unterkünfte im Norden Sardiniens

Real B&B Primo Sole: Meerblick vom Balkon, Frühstücksbuffet mit lokalen Produkten und nur 150 Meter bis zum Strand, machen das Primo Sole als einen echten Geheimtipp im ruhigen Lu Bagnu nahe Castelsardo. Das familiengeführte B&B in einer schönen Villa mit Palmengarten hat genau die Wärme, die man sich von einer sardischen Unterkunft wünscht.

Unterkünfte im Osten Sardiniens

Antico Borgo: Mitten in Galtelli, einem der schönsten Dörfer Sardiniens, liegt dieses charmante Borgo mit Restaurant, Bar und Gemeinschaftslounge. Die Zimmer sind vollständig ausgestattet, einige von ihnen haben Balkon und Stadtblick. Wer das authentische Sardinien im Herzen der Ostküste erleben möchte, ist hier goldrichtig.

Hotel & Glamping Borgo di Campagna: Für alle, die das ursprüngliche Sardinien abseits der Küste erleben möchten. Die Unterkunft im Landhausstil liegt inmitten der Natur, bietet einen Aussenpool, einen Park mit jahrhundertealten Eichenbäumen, welcher sich perfekt für Spaziergänge und Radtouren anbietet. Die Küste ist trotzdem nur wenige Kilometer entfernt. Das hauseigene Restaurant serviert sardische Spezialitäten, die den Aufenthalt abrunden.

Unterkünfte im Landesinneren

Agriturismo S’Armidda: Ursprünglich, ruhig und mit Bergblick, liegt das Agriturismo S’Armidda in Seùlo. Es ist der perfekte Rückzugsort für alle, die das echte Sardinien fernab von Küste und Tourismus erleben wollen. Garten, Restaurant und die typische Herzlichkeit eines sardischen Agriturismos machen diese Unterkunft zu etwas ganz Besonderem.

Stellplätze auf Sardinien

Camper Hubi am Stellplatz bei rosa Sonnenuntergang am Strand auf der Sardinien Rundreise

Wer mit dem Camper durch Sardinien reist, hat einen riesigen Vorteil: Die Insel bietet eine Menge Möglichkeiten zum freien Stehen (Parken). Von einsamen Buchten bis zu kleinen privaten Stellplätzen mit Herzblut-Betreibern gibts hier alles. Das sind unsere drei Favoriten aus unserer Zeit auf der Insel.

Cantina Ligios – Weingut mit Stellplatz (Valledoria, Nordwesten): Ein absolutes Highlight, das man so nicht erwartet. Du buchst eine Weinprobe mit sardischem Wein, Käse, Salami und Brot und bekommst dafür einen Stellplatz mit Blick auf die Weinreben. Die Gastgeberfamilie führt dich mit echter Leidenschaft durch ihre Kellerei, das Essen kommt großteils aus eigener Produktion (oder von Familienmitgliedern & Freunden). Inklusive Strom, Dusche und Toilette. Kosten: 45 € pro Person für die Weinprobe, weitere Nächte je 10 € pro Person. Unbedingt vorher reservieren. → Zum Stellplatz auf Park4Night

Area Camper Maragnani – Direkt am Meer (La Ciaccia / Valledoria): Einfach, ehrlich und mit Meerblick. Der Campingplatz liegt direkt oberhalb eines schönen Sandstrandes, den du in zwei Minuten zu Fuß über eine Treppe erreichst. Die Sanitäranlagen sind basic (zwei Toiletten & heiße Duschen), aber der Preis ist fair: 20 € pro Nacht. Hunde sind willkommen, das Personal ist herzlich und unkompliziert. Ganzjährig geöffnet.  → Zum Stellplatz auf Park4Night

Sosta Camper Punta Sos Alinos – Kleiner Geheimtipp bei Orosei: Nur wenige Stellplätze, dafür auf einem leicht erhöhten Felsplateau mit Meerblick und Sonnenaufgang. Betreiber Markus führt den Platz mit echter Herzlichkeit, die Sanitäranlagen sind neu und sauber. Zehn Minuten zu Fuß zum Strand und im Ort gibt es alles Nötige. Fahrzeuglänge maximal 6,50 Meter, Voranmeldung per Telefon oder WhatsApp erforderlich. Kosten: 28 € pro Nacht für Camper + zwei Personen. → Zum Stellplatz auf Park4Night

Was kostet Sardinien wirklich? Unsere echten Kosten für 14 Tage

Spiaggia Isuledda beim Sardinien Roadtrip mit dem Camper
Blick auf Castelsardo beim Sardinien Roadtrip mit dem Camper

Wir haben drei Monate auf Sardinien gelebt und dabei jeden einzelnen Einkauf notiert. Für zwei Wochen zu zweit, mit Hund und Campervan, haben wir rund 753 Euro ausgegeben. Das klingt erstmal nach viel, ist aber ehrlich gerechnet deutlich weniger.

Darin stecken nämlich auch die Fähre von Porto Torres nach Barcelona (230 Euro), ein Großeinkauf Hundefutter für mehrere Monate (108 Euro) und ein Tierarztbesuch in Cagliari (90 Euro). Das sind alles Einmalkosten, die bei einem klassischen Sardinien-Urlaub so bei dir sicher nicht anfallen würden. Zieht man diese Posten raus, landet man bei rund 325 Euro für 14 Tage. Das sind also etwa 23 Euro pro Person und Tag. Für eine der schönsten Inseln im Mittelmeer ist das ein wirklich fairer Preis.

Im Alltag auf der Insel haben wir günstig beim Eurospin eingekauft, für besondere Sachen den Wochenmarkt geliebt. Das solltest du auch unbedingt probieren! Sardische Salami, Pecorino, eingelegtes Gemüse und frisches Olivenöl gehörten schnell zu unseren Klassikern auf dem Markt.

Essen gehen war angenehm erschwinglich: Eine Pizza mit Wein zu zweit kostet rund 44 Euro, ein schönes Mittagessen mit Vorspeise und Nachspeise zwischen 50 und 75 Euro. Der Aperol Spritz am Abend schlägt mit 5 bis 6 Euro zu Buche. Sardinien kann also durchaus günstig sein, wenn man weiß wie.

Wer ohne Camper reist und auf einen Mietwagen angewiesen ist, sollte das bei der Planung einkalkulieren. Mietwagen sind auf Sardinien bereits ab rund 110 Euro pro Woche verfügbar. Im Durchschnitt liegt der Wochenpreis bei etwa 218 Euro, wobei die Saison eine große Rolle spielt. Natürlich ist es in den Sommerferien, im August und zu Ostern teurer und die Preise steigen deutlich an. Für zwei Wochen solltest du also je nach Reisezeitraum zwischen 220 und 430 Euro für einen Kleinwagen einplanen. Wer frühzeitig und mit Prepaid-Tarif bucht, spart dabei oft am meisten.

Essen auf Sardinien

Vorspeisenteller im Restaurant Terra di Mare in Cala Gonone
Croissants und Kaffee in Baunei
Frischer Fisch im Marina Giò in Porto Tramatzu

Die sardische, aber auch die italienische Küche ist keine laute Küche. Sie protzt nicht, sie bedarf sich meist an wenigen Zutaten, und sie schmeckt in jedem Fall einfach fantastisch. Viel Tradition, mit wenig Schnickschnack und fast immer richtig hochwertige Zutaten, die von der Insel selbst kommen. Wer auf Sardinien isst, taucht noch besser in die Kultur ein.

Pane Carasau: Das sardische Fladenbrot ist auf der Insel allgegenwärtig. Es ist hauchdünn, knusprig und im Ofen doppelt gebacken. Es wurde ursprünglich von Hirten als Reiseproviant genutzt, weil es wochenlang haltbar bleibt. 

Malloreddus alla Campidanese: Die sardische Antwort auf Gnocchi sind diese kleinen, geriffelten Teigmuscheln aus Hartweizengrieß. Sie werden traditionell mit einer kräftigen Safran-Wurst-Tomatensauce serviert. Ein Gericht, das wärmt und vor allem richtig satt macht.

Culurgiones d’Ogliastra: Gefüllte Pasta aus der Region Ogliastra im Osten der Insel, die du wirklich nirgendwo sonst so findest. Die Füllung besteht aus Kartoffeln, Pecorino und Minze, der Teig wird von Hand zu einem charakteristischen Ähren-Muster gefaltet. Musst du probieren!

Culurgiones de patata: Eine Variante der gefüllten Pasta, die von Dorf zu Dorf leicht variiert. Mal mehr Käse, mal mehr Kartoffel, manchmal mit Zwiebel verfeinert. Ein ehrliches und klassisches Gericht.

Pecorino Sardo: Der sardische Schafskäse ist mehr als eine Beilage, denn er ist Kulturgut. Je nach Reifegrad mild und cremig oder kräftig und würzig. Wir haben ihn auf dem Wochenmarkt in kleinen Stücken probiert und am Ende gleich mehrere Sorten mitgenommen. Perfekt zu Pane Carasau oder auf der kalten Platte im Camper mit Wein.

Spanferkel (Porceddu): Das Nationalgericht der Insel ist Spanferkel, das stundenlang über Myrtenholz am Spieß gegart wird und die Haut knusprig und das Fleisch zart ist. Wir müssen ehrlich gestehen: Wir haben es selbst nicht geschafft, es zu probieren. Porceddu wird traditionell vor allem in der Hochsaison angeboten, oft an kleinen Straßenständen, die im Winter einfach geschlossen haben. 

Seadas: Das Dessert auf Sardinien schlechthin. Frittierte aufgeblähte Teigkissen, gefüllt mit jungem Pecorino und übergossen mit sardischem Honig. Die Kombination aus leicht salzigem Käse und süßem Honig klingt ungewöhnlich, aber schmeckt außergewöhnlich. 

Wir lieben es, ein Land über sein Essen kennenzulernen, so wie hier auf Sardinien. Wenn du Lust auf mehr kulinarische Reisen hast, schau auch mal, wie wir uns durch andere Länder geschlemmt haben.

🇬🇷 Griechische Küche: Die besten Spezialitäten

An- & Einreise nach Sardinien

Sardinien liegt mitten im westlichen Mittelmeer und ist nur per Fähre oder Flugzeug erreichbar. Für uns war die Entscheidung schnell klar: Wir reisen mit Hubi und Frau Maier, also kommt nur die Fähre in Frage. Aber auch wer ohne Camper anreist, sollte gut abwägen. Hier bekommst du alle Infos, die du für eine entspannte Anreise brauchst.

DiscoverCars.com

Sardinien Rundreise auf eigene Faust mit Auto oder Camper?

Die Anreise mit dem eigenen Auto ist natürlich klasse für einen Sardinien Roadtrip.  Der öffentliche Nahverkehr auf der Insel ist dünn, viele der schönsten Strände Sardiniens und Dörfer liegen abseits der Hauptstraßen. Gerade im Frühling oder Herbst hast du manche Ecken fast für dich allein. 

Mit dem Campervan ist die Freiheit natürlich nochmal eine andere: Stellplätze direkt am Meer, spontane Routenwechsel, kein Stress mit der Buffet-Auswahl im Hotel und Morgens den Kaffee direkt am Strand. Aber Vorsicht! Auf Sardinien ist Wildcampen verboten und das wird auch oft von der örtlichen Polizei kontrolliert.

Die Straßen sind größtenteils gut ausgebaut, immer mal wieder gibt es trotzdem holprig Nebenstraßen. Eine Autobahnverbindung gibt es auch. Diese verbindet Olbia mit Cagliari und die 270 Kilometer lassen sich in etwa 3 Stunden gemütlich fahren. Verkehr ist meistens rar. Aber das Fahren auf den Küstenstraßen bzw. Panoramastraßen sind schlicht eines der schönsten Dinge, die diese Insel zu bieten hat.

Mit der Fähre nach Sardinien anreisen

Warten am Fährhafen in Livorno für die Sardinien Rundreise mit dem Camper
Frau Maier und Dominic laufen auf dem Fährdeck bei der Sardinien Rundreise mit Hund

Die Fähre ist für Reisende mit Auto, Camper oder Hund die entspannteste Art, nach Sardinien zu kommen. Wir sind zweimal gefahren: im Dezember von Livorno nach Olbia mit Kabine für 250 Euro, und im März zurück von Porto Torres nach Barcelona ohne Kabine für 230 Euro. 

Beide Überfahrten haben sich gelohnt. Die Hauptrouten ab Deutschland führen über Genua, Livorno oder Civitavecchia. Von dort geht es nach Olbia, Cagliari oder Porto Torres. Mit Kabine schläft man deutlich entspannter, besonders auf längeren Nachtüberfahrten. Wir würden uns jetzt bei einer Überfahrt von 15 – 18 Stunden eher für eine Fahrt mit Kabine entscheiden. Das gibt einem einfach einen Rückzugsort, gerade wenn der Wellengang hoch und der Magen grummelig ist.

Hunde dürfen auf den meisten Fähren mit, müssen aber in der Regel auf die Kabine, in einen Zwinger oder müssen außerhalb an Deck bleiben. Allerdings haben wir positive Erfahrung bei Grimaldi Lines gemacht. Dort konnten wir Frau Maier eigentlich überall an Board mit hinnehmen. 

Unsere Empfehlung für die Hauptsaison: frühzeitig buchen, besonders für Camper, da die Plätze begrenzt ist. Kabine würden wir für den Rückzug (besonders mit Hund) nun immer empfehlen.

🚐🐶 Frau Maier ist erprobte Fährreisende und wie das mit Hund im Camper generell funktioniert, haben wir in unserem großen Guide zu Reisen mit Hund im Camper zusammengefasst: Reisen mit Hund im Camper unsere Tipps

Mit dem Flugzeug auf die Insel kommen

Wer ohne Fahrzeug und Hund reist, kommt am schnellsten per Flugzeug nach Sardinien. Die Insel hat drei internationale Flughäfen: Cagliari im Süden, Olbia im Nordosten und Alghero im Nordwesten. Je nach Zielregion lohnt es sich, den passenden Startpunkt zu wählen. 

Ab Deutschland fliegen unter anderem Ryanair, Eurowings und Lufthansa direkt auf die Insel und die Flugzeiten liegen je nach Abflugort zwischen zwei und drei Stunden. Für Reisende mit Hund ist das Flugzeug jedoch die kompliziertere Option: Kleine Hunde dürfen als Handgepäck mit, größere Hunde nur im Frachtraum und mit entsprechender Vorbereitungszeit. Oder du findest einen Flug mit der italienischen Fluggesellschaft „Airline ITA Airways“. Die beiden Flüge mit Hunden bis zu 30kg in der Kabine an. 

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Allgemeine Reisetipps für die Sardinien Rundreise

Porto Flavia Sandstrand

Beste Reisezeit für Sardinien

Die allerbeste Reisezeit für Sardinien ist wohl die Off-Season. Mittlerweile hat sich das Wetter ziemlich geändert und selbst im Winter hast du hier kein garantiertes schönes und angenehmes Klima. Wir hatten zwischen Januar und Februar immer wieder Probleme mit heftigen Stürmen, extremen Regenschauern und das kann im Camper schon mal ungemütlich werden.

Deshalb sind wohl die Monate Ende März – Mai und September – November perfekt, um einen Sardinien Roadtrip zu machen. In der Vorsaison lässt es sich am besten Wandern und die Sehenswürdigkeiten ohne viel Trubel anschauen. Im Herbst ist das Mittelmeer gerade noch schön warm für einen Badeurlaub, aber auch Aktivurlaub lässt sich in der Nachsaison noch gut machen.

Im Juli und August kann es hier schon mal ziemlich voll sein während der Schulferien. Besonders im Sommer wird es hier sehr heiß und gerade wenn du mit Hund unterwegs bist, buchst du dir lieber eine Unterkunft mit Klimaanlage oder organisierst dir einen Pitch auf einem Campingplatz direkt am Strand.

Wie geht Urlaub auf Sardinien mit Hund?

Lisa und Frau Maier am Strand von Porto Pollo bei Palau auf der Sardinien Rundreise mit Hund
Frau Maier freut sich auf dem Asphalt beim Sardinien Roadtrip mit Hund

Die Einreise mit Hund ist super entspannt und die Italiener lieben Hunde über alles. Da Sardinien zu Italien gehört und in der EU ist, brauch dein Vierbeiner:

  • eine gültige Tollwutimpfung
  • den EU-Heimtierausweis
  • eine Mikrochip-Kennzeichnung
  • Welpen dürfen erst nach 15 Wochen einreisen
  • für den Urlaub sind maximal 5 Hunde erlaubt einzureisen

Du solltest wissen, dass die meisten italienischen Hunde immer ohne Leine draußen rumlaufen. Die sind aber alle super friedlich und sind immer sehr erfreut über die Neuen im Dorf. Frau Maier hat während unserer Sardinien Rundreise viele neue Freunde gefunden und hat auch das ein oder andere Mal spielen können. 

In der Nachsaison dürfen Hunde überall mit an den Strand, was in der Hauptsaison nicht gestattet ist. Im Sommer gehst du am besten zu den Hundestränden, die meist auch sehr leer sind. Diese findest du via Google Maps am besten, wenn du in das Suchfeld „Spiaggia per Cani“ oder „Dog Beach“ eingibst. Es versteht sich von selbst, dass du den Kot deines Hundes vom Strand mitnimmst. 

In die meisten Restaurants, Bars und Cafés kannst du deinen Vierbeiner natürlich mitnehmen und eigentlich bekommst du immer eine Schale mit frischem Wasser ohne zu fragen hingestellt. In Italien sind sogar Hunde in speziellen Einkaufswägen bei Conad und co. erlaubt. 

Aufgrund von Sandmücken empfehle ich dir unbedingt einen Parasitenschutz gegen Leishmaniose. Dieses Halsband legst du schon etwa 10 Tage vor deinem Urlaub an, damit sich der Schutz vollständig entfalten. Das Problem mit Sandmücken gibt es übrigens in den meisten Mittelmeerländern und du solltest deinen Hund unbedingt davor schützen.

Geld, Sprache & SIM-Karte auf Sardinien

Lisa sucht Stellplatz auf dem Handy mit eSIM Karte beim Sardinien Roadtrip mit dem Camper

Auf Sardinien wird sardisch bzw. italienisch gesprochen. Es ist immer schön, wenn man wenigstens etwas von der Sprache weiß. Also wie man sich begrüßt, wie man bitte und danke sagt oder vielleicht auch wie man Essen bestellt, nach dem Weg fragt oder was immer du während deiner Sardinien Rundreise noch wichtig findest. 

Man begrüßt sich am liebsten mit „Salve“, „Ciao“ oder „Buongiorno“. Das sind umgangssprachliche, aber auch höfliche Begrüßungen für Guten Tag oder Hallo. Am Abend sagt man „Buonasera“, was mit Guten Abend zu übersetzen ist. Bitte sagt man: „Per favore“, Danke: „Grazie“ und Vielen Dank „Grazie Mille“. 

Bezahlt wird mit Euro, da Sardinien zu Italien gehört. Geld kannst du fast in jedem Ort an einem Automaten abheben, oftmals kannst du aber in Restaurants und Geschäften mit Karte bezahlen. Auf einem Wochenmarkt oder auf einem kleinen Dörfchen ist Bargeld allerdings ratsam, falls du dort an einem Stand etwas kaufen möchtest. 

Italien gehört zu Europa und das heißt, du kannst deine SIM-Karte aus Deutschland ohne Roaming-Gebühren nutzen. Du solltest dazu Roaming an deinem Handy einschalten. Dein Datenvolumen ist weiterhin inklusive und Anrufe sind für dich kostenfrei.

Solltest du allerdings unbegrenztes Internet nutzen wollen, dann kannst du das auch bei einem Anbieter wie bei Holafly buchen. Dein Mobiltelefon sollte dazu E-SIM-Kartenfähig sein. Du kannst dir aber auch für ein paar Tage eine Inklusivoption buchen, um z.B. etwas für deine Route zu recherchieren. Die genauen Preise und Informationen checkst du am besten direkt bei Holafly auf der Webseite.

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Welchen Reiseführer für meine Sardinien Rundreise?

Na klar! Es macht natürlich auch super Spaß mit einem Reiseführer unterwegs zu sein und darin zu blättern. Ich mag es selbst, wenn ich neben den vielen Tipps auf einem Reiseblog noch etwas in meiner Hand habe. Am liebsten stöbere ich am Abend gemütlich auf der Couch darin oder es bringt mir schon mega viel Vorfreude auf den Urlaub, wenn ich mir Zuhause schon die besten Tipps für die Sardinien Rundreise zusammensuchen kann. 

Wo buche ich am besten einen Mietwagen? 

Falls du nicht mit deinem eigenen Auto oder Camper nach Sardinien anreist, solltest du dir unbedingt einen Mietwagen leihen. Damit bist du ungebunden an das öffentliche Verkehrsnetz und kommst auch an die entlegeneren Ecken Sardiniens. So kannst du deine 7 bis 14 Tage rundum perfekt als Roadtrip planen und mit deinem eigenen Mietwagen erkunden.

Die besten Erfahrungen habe ich mit der Mietwagen Gesellschaft Discover Cars oder Check24 gemacht. Du solltest immer darauf achten, dass die Vermieter eine gute Bewertung haben. Außerdem stelle ich immer diese Einstellungen ein, damit ich bestens im Falle eines Unfalls mit dem Mietwagen geschützt bin: 

  • ohne Selbstbeteiligung
  • niedrige oder durchschnittliche Kaution

Oftmals sind die Flughafen Stationen teurer, weshalb sich ein Blick lohnt, ob eine Station in Cagliari, Olbia oder Sassari verfügbar und besser für dich sind. Meistens gibt es öffentliche Verkehrsmittel vom Flughafen in die Stadt. 

🚗 Deinen Mietwagen für die Rundreise auf Sardinien buchst du am besten direkt hier über die Website von Discover Cars

DiscoverCars.com

FAQ für deinen Sardinien Urlaub auf eigene Faust

Mai, Juni und September sind die goldenen Monate. Das Wasser ist warm, die Strände sind nicht überfüllt und die Preise deutlich angenehmer als im Hochsommer. Juli und August sind Hauptsaison, also voller, heißer und teurer. Wir waren von Dezember bis März auf der Insel und können sagen: Auch der Winter hat seinen ganz eigenen Charme. Die Insel gehört fast dir allein, das Licht ist wunderschön und die Temperaturen liegen tagsüber oft bei 15 bis 18 Grad. Für Strand und Schwimmen ist es zu kalt, für Wandern und Entdecken ideal.

Für eine erste Rundreise solltest du mindestens zwei Wochen einplanen, denn ich finde eine Woche reicht schlicht nicht, um die Insel auch nur ansatzweise kennenzulernen. Mit zwei Wochen kannst du Norden, Osten und Süden gut verbinden und hast trotzdem noch Zeit, an einem Ort länger zu bleiben. Wer wirklich in die Tiefe gehen will, plant drei Wochen oder mehr. Wir sind drei Monate geblieben und hätten sicher auch noch länger bleiben können.

Ja und nein. Der La Pelosa im Nordwesten ist zweifellos einer der fotogensten Strände Europas mit seinem türkisfarbenen, kristallklaren Wasser und puderzuckerfeinen, weißem Sand. Was die meisten aber nicht zeigen: Im Sommer ist er so überfüllt, dass du dich kaum bewegen kannst, der Zugang ist seit 2017 limitiert und kostenpflichtig und du brauchst ein Ticket. Wenn du ihn besuchen willst, komm in der Low Season, denn dann ist er tatsächlich wie leergefegt und sogar der Hund darf mit drauf.

Ja, und Sardinien ist dafür sogar besonders gut geeignet. Viele Campingplätze, Stellplätze und Agriturismos sind hundefreundlich, und im Winter und Frühling sind auch viele Traumstrände mit Hund zugänglich. In der Hochsaison gilt an den meisten offiziellen Badestränden ein Hundeverbot, aber es gibt aber spezielle Hundestrände, sogenannte Spiagge per cani. Wichtig für die Einreise: ein gültiger EU-Heimtierausweis mit Chip und aktueller Tollwutimpfung ist Pflicht. Für den Schutz vor Sandmücken und Zecken empfehlen wir, vorher mit dem Tierarzt zu sprechen und etwas gegen Leishmaniose zu besorgen.

Ein eigenes Fahrzeug ist auf Sardinien sehr empfehlenswert. Der öffentliche Nahverkehr existiert zwar, ist aber dünn besiedelt. Zu den Badestränden, abgelegenen Dörfern und Sehenswürdigkeiten brauchst du oft ein eigenes Fahrzeiug. Wer fliegt, sollte direkt am Flughafen einen Mietwagen buchen. Mit Camper oder eigenem Wagen bist du am flexibelsten und kannst spontan dorthin fahren, wo es dich hinzieht.

Es kommt auf die Reisezeit und den Reisestil an. In der Hochsaison können Hotels und Pensionen, Fähren und Mietwagen deutlich teurer werden. Außerhalb der Saison ist Sardinien jedoch sehr erschwinglich. Essen gehen ist generell günstiger als in Norditalien, Lebensmittel im Supermarkt sind vergleichbar mit Deutschland und viele der schönsten Orte der Insel kosten schlicht nichts. Wir haben in drei Monaten mit Camper und Hund durchschnittlich rund 50 Euro pro Tag zu zweit ausgegeben.

Suchst du noch Tipps für deinen nächsten Roadtrip?



Sardinien hat uns von der ersten bis zur letzten Stunde überrascht und wir sind uns sicher, dass auch du nach deiner Sardinien Rundreise mit einem Lächeln und einer langen Liste offener Wünsche nach Hause fährst. Die Insel gibt einfach immer mehr preis, als man erwartet.

Warst du schon auf Sardinien oder planst du gerade deinen Roadtrip? Welche Orte haben dich am meisten begeistert, welche Orte und Dörfer sollte ich beim nächsten Mal unbedingt noch sehen und hast du vielleicht einen Geheimtipp, den die meisten Reisenden einfach übersehen? Ich freue mich über jeden Kommentar und lese sie alle!

Und falls du gerade dabei bist, einige der Geheimtipps und Highlights selbst zu erkunden oder meine Empfehlungen ausprobierst: Ich freue mich, wenn du mich in deinen Storys auf Instagram mit @wanderwithlilu verlinkst.

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One comment

  1. Herrlich! Das sieht wirklich nach sehr entspannten 3 Monaten auf Sardinien aus. Ich möchte schon so lange mal dorthin, aber die Hitze des Hochsommers und die Schulferienzeiten halten mich bisher ab. Wenn ich irgendwann ohne Kids unterwegs bin und in der Nebensaison reisen darf, werde ich auf euren Spuren wandeln. LG, Nadine

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