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Wandern mit Hund in den Bergen: 5 Tipps für eine entspannte Auszeit in den Alpen

Last Updated on 16/01/26 by Lisa

Du möchtest das erste Mal mit deinem Hund in den Bergen wandern gehen? Eine wunderschöne Idee – und mit der richtigen Vorbereitung auch absolut entspannt. Beim Wandern mit Hund in den Alpen gibt es ein paar Dinge, die du unbedingt beachten solltest: von der richtigen Routenwahl über Pausen und Wasser bis hin zu Temperaturen, Weideflächen und Begegnungen mit anderen Tieren. 

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du deine Tour im Vorfeld gut planst, typische Fehler vermeidest und gemeinsam mit deinem Vierbeiner sichere, hundetaugliche Wanderwege genießen kannst.

5 einfache Tipps zum Wandern mit Hund in den Bergen

wandern mit hund auf Chalkidiki, Dowo, Lisa und Frau Maier auf Wanderung zum Wasserfall
wandern mit hund im Nationalpark Ķemeri, Frau Maier auf Holzsteg durch Moorlandschaft

Dein Hund ist noch nicht ausgewachsen und befindet sich noch in der Wachstumsphase? Dann warte noch mit großen Wandertouren. Du solltest immer nur so weit gehen, dass die Gelenke deines Hundes nicht beansprucht werden. Ich habe zum Beispiel erst ein Jahr gewartet bis Frau Maier, mein Freund und ich zum Bergwandern aufgebrochen sind. Bis dahin haben wir immer nur Spaziergänge unternommen.

Wenn du einen Welpen zu Hause hast, der gerade 5 Monate alt geworden ist, darf der maximal 25 Minuten am Stück laufen. Man rechnet 5 Minuten pro Lebensmonat. Ist dein Vierbeiner also gerade 13 Monate alt geworden, kannst du bereits eine Stunde ohne Pause wandern gehen. Wir haben uns für die Anfangszeit einen Hunderucksack* gekauft. In den kann man seinen Hund bis 7kg dann ganz einfach auf den Rücken schnallen.

Allerdings ist Frau Maier so schnell groß geworden, dass der Rucksack innerhalb 2 Monate schon nicht mehr gepasst hat. Sie hat bereits mit 10 Wochen knapp 8kg gewogen. Eigentlich hat sie den übelst gern gehabt und ist immer sofort eingestiegen. Aber der Rucksack ist richtig unbequem am Rücken geworden.

🎒 Hier gehts zum Hunderucksack für Welpen bis 12kg*

Solltest du einen kleinen Hund, wie eine französische Bulldogge haben, dann lohnt sich natürlich einen Wanderrucksack speziell für Hunde zu kaufen. Denn dann kannst du in deinem Wanderurlaub auch längere Wegstrecken raussuchen. 

Welche Wanderungen eignen sich für Hunde?

wanderung mit hund im Ausseerland, sommerliche Bergwanderung in Österreich mit Panorama

Nicht jede Wanderroute ist automatisch hundetauglich – vor allem nicht an heißen Sommertagen oder im Gebirge. Wer Wanderungen mit Hund unternehmen möchte, sollte die Tour immer auch aus der Perspektive des Vierbeiners betrachten. Denn was für uns machbar klingt, kann für Knochen und Gelenke schnell zur Belastung werden.

Bevor es losgeht, lohnt sich ein kurzer Check der geplanten Wanderroute:

  • Gibt es ausreichend Wald- oder Schattenpassagen, damit sich Mensch und Hund nicht überhitzen?
  • Fließt unterwegs ein Bach oder liegt ein See auf dem Weg, um zu trinken oder sich abzukühlen?
  • Gibt es eine Hütte oder einen Rastplatz, um Pausen zu machen?
  • Ist der Weg sehr steinig, wurzelig oder uneben?
  • Müssen viele Stufen überwunden werden?

Gerade für lauffreudige Hunde sind diese Punkte entscheidend, vor allem bei langen Wanderungen.

Meine persönliche Faustregel

wandern mit hund auf der Bannalp, sommerliche Bergwiese in der Schweiz

Wenn ich mit Frau Maier wandern gehe, prüfe ich die Route immer im Vorfeld ganz genau. Alpine Gratwanderungen sind für unsere Bulldogge nichts. Nicht mal ich stolperfrei im alpinen Gelände unterwegs. Schmale Wege, ausgesetzte Passagen und steile Abhänge sind selbst mit Leine nicht ideal und bergen unnötige Risiken.

Handelt es sich dagegen um eine normalen Wanderroute (in der Schweiz meist gelb markiert), sind diese Wege oft breit, gut ausgebaut und teilweise sogar mit Kinderwagen machbar. Auf solchen Strecken darf Frau Maier – je nach Situation – auch mal ohne Leine laufen, zum Beispiel auf weiten Wiesenabschnitten (natürlich ohne Kühe in Sicht).

Anders sieht es bei Bergwanderwegen aus, die weiß-rot-weiß markiert sind. Hier gehe ich zuerst selbst ein Stück mit Leine voran und checke die Gegebenheiten: Wie schmal ist der Weg? Wie steil? Wie ausgesetzt?

Erst dann entscheide ich, ob Freilauf möglich ist oder nicht. Meistens lasse ich sie bergabwärts bei ausgesetzten Stellen lieber von der Leine. Dann kann sie ihr eigenes Tempo gehen, so wie ich auch. Es kam schon vor, dass sie zu schnell vorausgegangen ist und ich aber nicht ganz trittsicher war. Hund und Mensch sollten sich hier schon kennen und natürlich die Grundkommandos sitzen. laufen lassen kann oder nicht.

Regelmäßige Pausen einplanen – wichtig fürs Wandern mit Hund

wanderung mit hund im Velebit Gebirge Kroatien, erschöpfte Frau Maier ruht nach langer Tour

Egal ob Sommer- oder Wintertour: Pausen sind auf jeder Wandertour Pflichtprogramm. Nicht nur für uns Menschen, sondern vor allem für unseren Wanderbegleiter auf vier Pfoten. Unterwegs prasseln unzählige neue Gerüche, Geräusche und Eindrücke auf deinen Hund ein. Dieses ständige Schnüffeln und Beobachten kostet Energie, oft mehr, als wir denken.

Gerade bei längeren Strecken solltest du bewusst Stopps einbauen. So stellst du sicher, dass der Hund nicht überfordert wird und sich zwischendurch wirklich erholen kann. Besonders an warmen Tagen helfen Pausen außerdem, einen Hitzschlag zu vermeiden. Ein Thema, das beim Wandern mit Hund leider oft unterschätzt wird.

Ich selbst mache sehr gern Halt in einer Alphütte. Während ich esse, bekommt Frau Maier ihre wohlverdiente Ruhepause. Meist braucht sie etwa 15–20 Minuten, um runterzufahren – völlig normal, denn sie liebt Menschen und ist immer neugierig. Dank des früh trainierten Kommandos „Platz“ legt sie sich zuverlässig ab, meistens unter den Tisch. Dieser geschützte Ort fühlt sich für sie wie eine kleine Höhle an und gibt Sicherheit.

Praktisch: Ich stehe währenddessen locker mit einem Fuß auf ihrer Leine – kurz genug, damit sie liegen bleibt, entspannt genug für uns beide.

Pause geht auch ohne Hütte

wandern mit hund im Nationalpark Ķemeri, Pause auf Bank

Nicht jede Wandertour führt an einer Hütte vorbei. Eine Pause funktioniert genauso gut auf einem großen Stein, einer Holzbank oder mitten auf einer grünen Wiese. Gerade in höheren Lagen über 1.000 Höhenmetern scheint oft die Sonne, selbst wenn es drumherum frisch ist. Das hält deinen Hund während der Pause angenehm warm.

Mein Tipp fürs Wandern mit Hund: Pack einfach eine leichte Decke ein. Dein Hund hat damit einen festen Platz, kann „Platz“ machen und schneller entspannen, egal wo ihr gerade seid.

Kurz gesagt: Gute Pausen machen aus einer anstrengenden Strecke eine entspannte gemeinsame Tour – für Mensch und Hund gleichermaßen.

👉🏻 In Thüringen findest du auch tolle Wanderwege, wie hier in Blankenberg

Genügend Wasser mitnehmen – unverzichtbare Ausrüstung für jede Wandertour mit Hund

Eigentlich logisch – und wird trotzdem oft unterschätzt: Auf jeder Wanderreise gehört ausreichend Wasser zur festen Ausrüstung. Nicht nur für dich, sondern ganz besonders für deinen Hund. Denn ein Hund braucht unterwegs regelmäßig Flüssigkeit, vor allem bei Wärme, Sonne oder anstrengenden Anstiegen.

Klar, unterwegs gibt es manchmal Bäche oder Seen, aus denen Hunde trinken könnten. Aber: Darauf solltest du dich niemals verlassen. Nicht jede Wandertour mit Hund führt an einer sicheren Wasserquelle vorbei – und genau deshalb habe ich immer extra Wasser für Frau Maier dabei. Plus: einen eigenen Trinknapf* für unterwegs. Klein, leicht, Gold wert.

Warum natürliche Wasserquellen trügerisch sein können

wanderung mit hund in Kroatien, Pause am See mit Wasserfällen im Hintergrund

Was ich bei Frau Maier schon oft beobachtet habe: Manche Hunde trinken ganz bewusst nicht aus Bächen oder Flüssen. Vermutlich riechen sie, dass etwas nicht stimmt. Aber: Hunde sollten sich nicht immer auf ihren Instinkt verlassen müssen, denn nicht jeder Hund erkennt Gefahren im Wasser zuverlässig.

Gerade im Sommer, bei stark schwankenden oder extrem heißen Temperaturen, ist Vorsicht angesagt. Seen können mit Blaualgen oder anderen Bakterien belastet sein. Das ist kein kleines Risiko, sondern im schlimmsten Fall lebensgefährlich.

⚠️ Dein Hund sollte auf keinen Fall aus einem See trinken, wenn du Folgendes bemerkst:

  • sichtbare Algenansammlungen
  • trübes oder verfärbtes Wasser (grün, gelb, rot, blau oder braun)
  • Flocken, Schlieren oder einen schmierigen Film auf der Oberfläche

Wenn du dir unsicher bist, wie gefährliches Wasser aussieht: Informiere dich vorab und bleib im Zweifel lieber vorsichtig. Auf Nummer sicher gehst du immer mit sauberem Wasser aus deiner eigenen Ausrüstung.

🐕🇨🇭 Hier findest du Tipps für einen entspannten Urlaub mit Hund in der Schweiz

Temperaturen richtig einschätzen – sicher mit Hund wandern im Sommer & Winter

Die Temperatur spielt beim Wandern mit Hund eine deutlich größere Rolle, als viele denken. Denn was sich für uns noch angenehm anfühlt, kann für unseren vierbeinigen Begleiter schnell zur Belastung werden. Damit euer Wandererlebnis positiv bleibt – egal ob bei Sommerhitze oder Winterkälte – solltest du Touren und Pausen immer an die Bedingungen anpassen.

Wandern mit Hund im Sommer – Hitze in den Alpen richtig managen

Mit hund im Vipava Valley, Weinberge und sanfte Hügel in Slowenien

Hunde überhitzen deutlich schneller als wir Menschen. Während wir schwitzen, regulieren sie ihre Körpertemperatur über Hecheln und die Pfoten. Gerade im Gebirge, wo Sonne und Anstrengung zusammenkommen, kann das schnell zu viel werden.

Dabei gibt es große Unterschiede je nach Rasse: Frau Maier – eine Continental Bulldogge – beginnt im Sommer deutlich schneller zu hecheln als andere Hunderassen, wie zum Beispiel ein Beagle, ein Mops oder gar ein Golden Retriever. Kondition, Fell, Körperbau und individuelle Belastbarkeit spielen hier eine große Rolle. Du kannst dich mal bei deinem Tierarzt beraten lassen, welche Grundtemperatur dein Hund hat oder selbst mit einem Thermometer überprüfen.

👉 Deshalb mein wichtigster Tipp für Sommer-Wanderungen: Starte früh am Morgen oder später am Nachmittag und lege zur Mittagszeit bewusst längere Pausen ein.

Am liebsten machen wir Halt an einem See. Decke auspacken, Proviant genießen – manchmal sogar Bikini anziehen – und dann eine kleine Abkühlung im Bergsee. Ich erinnere mich gut an unsere Tour zum Seebergsee im Berner Oberland: draußen über 30 Grad, das Wasser eiskalte 10 Grad. Vorsicht: nicht kopfüber reinspringen – das gilt für Hund und Mensch. Sanft abkühlen reicht völlig und wenn es nur bis zum Bauchnabel ist.

So bleibt die Auslastung sinnvoll, ohne den Körper zu überfordern – perfekt für einen entspannten Wanderurlaub mit Hund.

👉🏻 Ein ehrliches Feedback zum Wandern gibt es in diesem Beitrag von Annette

Wandern mit Hund im Winter – Bewegung statt Auskühlen

Winterwandern mit Hund im Bregenzerwald, verschneiter Weg und Wald

Winterwanderungen können für Hunde ein echtes Highlight sein. Schnee, klare Luft, neue Gerüche – Frau Maier war letztes Jahr völlig aus dem Häuschen. Sie ist gesprungen, gehüpft und durch den Schnee geflitzt wie ein kleiner Schneehase. 

Ein wichtiger Punkt, den du beim Winterwandern unbedingt beachten solltest: In vielen Regionen gilt in der kalten Jahreszeit Leinenpflicht, um Wildtiere zu schützen. Auch wenn dein Hund gut hört und normalerweise frei laufen dürfte, solltest du ihn im Winter lieber anleinen.

Das hat gleich mehrere Vorteile, sowohl für die Natur und für euch als Team. Dein Hund bleibt direkt bei dir, passt sein Tempo automatisch an und läuft nicht ständig voraus oder im Zickzack durch den Schnee. So spart er Kraft, ist nicht schon nach der Hälfte der Tour ausgepowert und ihr könnt eure Wanderung deutlich länger und entspannter genießen.

👉 Warum der Bregenzerwald perfekt fürs Winterwandern mit Hund ist – unsere Erfahrung.

Wenn es kalt wird: Sicherheit und Wärmeschutz beim Winterwandern

Winterwandern mit Hund im Bregenzerwald, Bulldogge trägt Wintermantel

Gerade bei Kälte, Schnee und anspruchsvollen Bedingungen sorgt die Leine außerdem für mehr Sicherheit. Du behältst deinen Hund jederzeit im Blick, kannst schneller reagieren und euer gemeinsames Wandererlebnis bleibt kontrolliert und stressfrei.

Solange der Hund in Bewegung ist, merkt man wenig von der Kälte. Sobald ihr stehen bleibt, kann es für den Hund schnell unangenehm kalt werden – vor allem bei kurzen Felltypen und man merkt es oft erst in den Pausen. Deshalb kannst du deinem Hund (je nach Hunderasse) auch einen Wintermantel anziehen. Frau Maier bekommt den bei etwa Temperaturen bei -5 Grad oder kälter angezogen. Das muss aber jeder für sich speziell entscheiden. 

Je nach Hund und Bedingungen können auch Hundeschuhe sinnvoll sein – etwa bei sehr kaltem Schnee, Eis oder langen Passagen. Ob ein Hund sie akzeptiert, ist natürlich individuell.

👉 Noch mehr persönliche Tipps zum Wandern mit Hund im Winter findest du übrigens in meinem Interview bei Tierwelt.ch.

Vorsicht auf Weideflächen: So verhältst du dich bei Mutterkühen & Weidetieren

Wer mit seinem treuen Begleiter auf einer Wanderung in den Bergen oder auf dem Land unterwegs ist, kommt früher oder später an ihnen vorbei: Weideflächen mit Kühen. Besonders im Sommer führen viele Wanderwege direkt durch eingezäunte Wiesen oder an Bauernhöfen entlang. Wichtig: Gatter immer wieder schließen. Die Tiere sollen dort bleiben, wo sie hingehören.

Kritisch wird es vor allem bei Mutterkühen mit Kälbern. Diese Tiere handeln instinktiv und verteidigen ihren Nachwuchs konsequent. Hunde werden von ihnen nicht als Wanderpartner, sondern als potenzielle Gefahr wahrgenommen. Deshalb gilt hier: Abstand, Ruhe und klare Regeln.

wandern mit Hund bei Kuhherde, Mensch und Hund halten Abstand

Verhalten auf Wanderwegen mit Mutterkühen

Stehst du vor einer Weide mit Mutterkühen, mache – wenn möglich – einen großen Bogen um die Herde. Oft weisen Hinweisschilder bereits auf die Situation hin. Spätestens dann solltest du reagieren und deinen Hund unbedingt anleinen und an die kurze Leine nehmen. Selbst bei guter Gehorsamkeit deines Hundes ist Vorsicht geboten, denn Kühe reagieren nicht auf Kommandos, sondern auf Bewegung und Nähe.

Grundregeln, wenn dein Wanderweg durch eine Mutterkuh-Weide führt:

  • Bleibe ruhig und bewege dich gleichmäßig
  • Leine deinen Hund vor Betreten der Weideflächen an
  • Halte ihn kurz an der Leine, abgewandt zur Herde
  • Bleibe konsequent auf dem markierten Wanderweg
  • Musst du durch die Nähe der Herde, verlasse den Weg lieber und mache einen großen Bogen
  • Verschließe jedes Gatter wieder sorgfältig

Wenn Kühe aggressiv reagieren

Du erkennst sehr deutlich, wenn Weidetiere angespannt oder aggressiv werden:

  • sie schnauben laut
  • bewegen den Kopf ruckartig auf und ab
  • scharren mit den Hufen
  • oder brüllen

Ganz wichtig: Nicht rennen!

Das wirkt bedrohlich und kann einen Angriff auslösen. Drehe der Herde niemals den Rücken zu und ziehe dich langsam zurück.

Sollte es wirklich zu einer ernsten Situation kommen und eine Kuh auf dich zulaufen, gilt ausnahmsweise: Lass deinen Hund los. Klingt hart, ist aber richtig. Dein Hund ist schneller und wendiger, denn er kann ausweichen und fliehen. An der Leine wäre er schutzlos und würde dich zusätzlich gefährden.

Mutterkühe und andere Weidetiere sind keine Fotomotive, sondern Tiere mit starkem Schutzinstinkt. Mit Ruhe, Abstand und klaren Entscheidungen schützt du dich, deinen Hund und die Tiere selbst und ihr könnt eure Wanderung sicher fortsetzen.

Herdenschutzhunde auf der Wanderung: richtig reagieren & ruhig bleiben

Kühe auf der Bannalp, alpine Weideflächen entlang Wanderweg

Die Herdenschutzhunde gehören auf vielen Almen inzwischen zum Landschaftsbild. Sie werden eingesetzt, um Schafe, Kühe und Ziegen vor Angriffen zu schützen – vor allem durch den Wolf. Für uns Wandernde kann das erst einmal ungewohnt sein: Plötzlich kommt ein großer Hund bellend auf dich zu. Das wirkt bedrohlich, ist aber in den meisten Fällen reines Kontrollverhalten.

Idealerweise erkennst du schon früh, dass du dich auf eine bewachte Weide zubewegst. Hinweisschilder sind oft vorhanden. Sprich ruhig und deutlich, damit du den Hund nicht aufschreckst, denn leises Anschleichen wirkt für ihn verdächtig.

So verhältst du dich richtig bei Herdenschutzhunden

Sollte dich ein Herdenschutzhund bellend begrüßen, gilt vor allem eins: Ruhe bewahren.
Keine hektischen Bewegungen, kein Rennen, kein Fuchteln mit Stöcken. Der Hund prüft lediglich, ob von dir eine Gefahr ausgeht.

  • Bleibe stehen oder bewege dich langsam
  • Sprich ruhig und gleichmäßig
  • Versuche den Hund mit Gähnen oder Lippen lecken zu beschwichtigen
  • Vermeide direkten Augenkontakt
  • Lass dem Hund Raum, dich „abzuchecken“

Hört das Bellen nicht auf, ziehe dich langsam und ruhig rückwärts zurück. Wichtig: nicht umdrehen, nicht wegrennen.

👉 Versuche niemals, einen Herdenschutzhund zu streicheln oder anzufassen.

Wenn du deinen Weg fortsetzen möchtest, mache einen großen Bogen um die von ihm beschützte Herde, egal ob mit Schafen, Kühen oder Ziegen.

Besonderheit: Wanderung mit Hund

Bist du auf Wanderung mit Hund unterwegs, gilt besondere Vorsicht. Leine deinen Hund sofort an, sobald du einen Herdenschutzhund siehst. Begegnungen von Hund zu Hund können von ihnen als Bedrohung ihrer Herde gewertet werden.

Mein klarer Rat:

  • Großen Umweg nehmen, wenn möglich
  • Ist kein Umgehen möglich: Umdrehen und Route ändern

Das ist kein Versagen, sondern verantwortungsvolles Handeln für dich, deinen Hund und die Tiere vor Ort.

Herdenschutzhunde sind keine Wanderhunde, sondern Arbeitstiere mit klarem Auftrag. Mit Respekt, Abstand und ruhigem Verhalten bleibt deine Wanderung sicher, auch in Regionen mit Kühen und Hunden.

💦 Lust auf einen gemeinsamen Urlaub im Ruppiner Seenland? Hier findest du meine Tipps.

Diese Ausrüstung darf beim Wandern mit Hund nicht fehlen

Frau Maier Continental Bulldogge spielt mit Stock während Pause

Eine gelungene Wanderung steht und fällt mit der richtigen Ausrüstung. Das gilt nicht nur für uns Menschen, sondern ganz besonders für unsere Hunde. Egal ob Tagestrip oder längerer Wanderurlaub mit Hund: Wer vorbereitet loszieht, bleibt entspannt, flexibel und sicher unterwegs.

Hier kommt meine persönliche Packliste – bewährt, unkompliziert und für große wie für kleine Hunde geeignet:

🐾 Must-haves für unterwegs

  • Hundegeschirr oder Hundehalsband
    Ich setze beim Wandern meist auf ein gut sitzendes Geschirr, das den Brustkorb entlastet. Ein stabiles Halsband als Backup schadet trotzdem nie.
  • Hundeleine (ca. 3 m) oder Schleppleine
    Eine längere Leine ist perfekt für wechselnde Situationen – ob Leinenpflicht, Weideflächen oder enge Wege.
  • Hundekotbeutel
    Kotbeutel gehören einfach dazu. Natur genießen heißt auch, sie sauber zu hinterlassen.
  • Wasser + Napf
    Unverzichtbar bei jeder Wanderung. Ein faltbarer Napf nimmt kaum Platz weg und ist schnell griffbereit. Frau Maier trinkt am liebsten aus den Sportwasserflaschen.
  • Decke für Pausen
    Ideal zum Ausruhen, Warmhalten oder einfach, um dem Hund einen festen Platz zu geben.
  • Leckerlis oder etwas Trockenfutter
    Für kleine Belohnungen zwischendurch oder als schnelle Energiequelle bei längeren Touren. Gerade wenn die Fütterungszeit in die Zeit der Wanderung reinfällt.
Dowo, Lisa und Frau Maier im Durmitor Nationalpark, Montenegro

🧭 Sinnvolle Extras – je nach Tour

  • Erste-Hilfe-Set für den Hund
    Das First Aid Kit ist vor allem gedacht für kleine Verletzungen, Dornen oder aufgescheuerte Pfoten lassen sich so direkt versorgen.
  • GPS-Tracker
    Kein Muss, aber beruhigend ist ein GPS Tracker, vor allem in abgelegten Regionen oder bei unübersichtlichem Gelände. Oder wenn dein Hund sich gern mal weiter weg bewegt, als in deiner Sichtweite.
  • Maulkorb
    In manchen Regionen, Verkehrsmitteln oder Hütten vorgeschrieben – besser dabei haben als brauchen.

Ob kurze Runde oder mehrtägiger Wanderurlaub mit Hund: Mit der richtigen Ausrüstung wird jede Tour entspannter, sowohl für dich und deinen Vierbeiner. Gut vorbereitet bleibt mehr Zeit für das, worum es wirklich geht: gemeinsame Erlebnisse draußen.


Schöne Wanderwege für dich und deinen Hund in Europa



Was sind deine Erfahrungen beim Wandern mit Hund in den Bergen und welche Touren würdest du deinem Vierbeiner sofort wieder zumuten? Schreib mir deine Tipps gern in die Kommentare.

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2 comments

  1. Hallo zusammen,

    danke für die vielen Tipps. Gerade das Verhalten bei Begegnungen mit Mutterkühen oder Herdenschutzhunden finde ich sehr interessant. So kommen wir als Hundehalter bei den Bergbauern nicht in Verruf.

    Viel Spaß beim Wandern
    Jens

    1. Hallo Jens

      Sehr gern! Das stimmt und ist auch wichtig für den Umgang mit den Tieren, egal ob wegen dem Hund oder Kuh/Herdenschutzhund. Ich hab immer mal wieder ein mulmiges Gefühl mit dem Hund zwischen der Herde zu laufen, denn da hat schon die ein oder andere Kuh mit ihren Läufen gescharrt. Dann bin ich einfach etwas schneller gelaufen als sonst 😀 Mein Hund liebt die Kuhfladen leider sehr und würde am liebsten alle auffuttern. Gehts dir denn da auch so?

      Liebe Grüsse
      Lisa

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